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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 166 -
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166 Das Gebiet, in dessen Besitz die Türken sich endgiltig gesetzt hatten, war schon durch die vorhergegangenen Kriege in hohem Grade verwüstet. Das Unheil wurde durch die unverständige Wirthschaft und durch die Erpressungen der neueu Herreu noch vermehrt. Die Türken lebten in der Regel nicht auf dem Lande, sondern nur in den Festungen uud Städten. Die Gemeindesteuern waren einzelnen Ämtern, Vasallen (Spahis) überantwortet. Ein Jeder, hauptsächlich Derjenige, der nur eine zeitweilige Nutznießung besaß, suchte sein Amt in möglichst hohem Maße auszubeuten. Die Steuer wurde nicht auf Einzelne, sondern auf die Gemeinden ausgeschrieben, welche für die Versäumnisse der Einzelnen solidarisch haftbar waren. Wenn die Gemeinde nicht zahlte oder säumig war, wurde sie mit Feuer und Schwert bedroht, die Steuerrückstände wurden mit Waffengewalt eingetrieben, sehr oft verließ die Bauernschaft, die nicht zahlen konnte, aus Furcht ihre Hütten, entfloh und rettete sich entweder in das unabhängige ungarische Gebiet oder in andere Dörfer und Städte. So verschwanden die meisten Dörfer des ungarischen Tieflandes, und diese Verheerung, dieser Verfall wurde immer ärger, je länger die türkische Herrschaft dauerte. Ofen selbst wurde unter diesem Regime eine schmutzige, baufällige Türkenstadt, welche außer vou dem herrschenden Stamme nur noch von Serben („Raizen") und zahlreichen ziemlich wohl- habenden Juden bewohnt wurde. Von ungefähr gleicher Ausdehnung wie das türkische Gebiet war derjenige Theil des Landes, der unter türkischem Protectorate dem Sohne des Königs Johann geblieben war. Den Kern bildete Siebenbürgen. Von Ungarn gehörten dazu: Krassö-Szöreny, Zaränd, der östliche Theil des Araber Eomitates, Bihar, Kraszna, Mittelszolnok, die Marmaros und von den oberen und linksseitigen Theißgebieten von Zeit zu Zeit bald mehr bald weniger. Die Verfassung Siebenbürgens beruhte auf der Union der drei Nationen, welche ihre endgiltig festgestellte — bis 1848 aufrechterhaltene — Form gerade in der unruhigen Zeit erhielt, welche der Schlacht bei Mohäcs folgte. Die bürgerlichen Sachsen, das halb und halb demokratische Sziklervolk, die Magnaten und der Comitatsadel verbanden sich zu gegenseitigem Schutze. Die Unterthanen, schon damals zum größten Theile aus Rumänen bestehend, standen außerhalb des Bundes und seiner Wohlthaten. Der zweite Cardiualpuukt der alten siebenbürgischen Verfassung, das System der vier recipirten Religionen, entstand auch zu dieser Zeit. Die Sachsen führten schon vor der Mohacser Schlacht die Reformation im Sinne der lutherischen Lehre eiu und blieben ihr bis auf unsere Tage treu. In den Comitaten, den Szeklerstühlen und in den ungarischen Landestheilen verbreitete sich anfangs auch das Lutherthum. Bald aber wurde das helvetische Glaubensbekenntniß, die Lehre Zwinglis und Calvins, die herrschende. König Johann war ein eifriger Katholik, noch eifriger Frater Georg, doch waren beide nicht im
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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