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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 188 -
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188 Glück und unter fortwährenden Unterhandlungen. Als endlich im Jahre 1645 der Schwede Torstenson bis Wien vorrückte, Brünn belagerte, die Pforte aber den Feldzug Räköczys gegen den Kaiser mit scheelen Augen zu betrachten anfing und Ferdinand III. das Friedens- werk einem überlegteren Manne als dem leidenschaftlichen, streitsüchtigen Eszterhazy anvertraute, kam der Ausgleich zwischen dem König und dem Fürsten zu Stande und am 16. December 1645 wurde zu Linz der Friede geschlossen, den aber Eszterhazy, der am 11. September 1645 starb, nicht mehr erlebte. Räköczy erhielt nebst den großen Tokajer, Tarczaler und Regeczer Herrschaften die sieben Comitate, welche Bethlen bereits besessen hatte, doch derart, daß Szathmär und Szabolcs auch bei Räköczys Sohne verbleiben und die Szathmärer Burg so lange zu Siebenbürgen gehören sollte, als die Räköczys dort den Fürstensitz einnehmen würden. Bezüglich der Religionsangelegenheiten wurden der Wiener Friede und die Gesetze von 1608 deutlicher umschrieben und mehr im Detail ausgearbeitet. Den Protestanten und selbst den Unterthanen wurde die freie Religionsübung, die Benützung der Kirchen, Glocken, Friedhöfe gestattet. Die Vertreibung der Geistlichen, die Wegnahme der Kirchen wurde ver- boten, die Zurückberufung der Vertriebenen, die Rückgabe des Weggenommenen angeordnet. Demgemäß ließ der Preßburger Reichstag, welcher am 24. August 1646 zusammentrat und am 3. Juni 1647 den vierzehnjährigen Sohn des Königs als Ferdinand IV. zum König wählte und anch krönen ließ — den Linzer Frieden, trotz der Verwahrung der Geistlichkeit, auf ausdrücklichen Wunsch des Königs unverändert, inarticuliren. Er ordnete außerdem die Rückgabe von neunzig Kirchen an und setzte Geldstrafen gegen Diejenigen fest, welche fortan den Religionsfrieden durch Kirchenwegnahmen stören würden. Der Protestantismus hatte demnach abermals gesiegt, meist freilich nur auf dem Papier. Denn der Katholicismus hatte auch seit dem Zeitalter Gabriel Bethleus an Terrain gewonnen, und selbst Diejenigen, welche ihrem Amte zufolge die Religionsfreiheit schützen, das Gesetz vollstrecken sollten, waren meist Gegner des Protestantismus, wenn sie denselben auch nicht immer geradezu verfolgten. Schon während des Verlaufes des Reichstages schlug der Palatin Graf Johann Draskovich — Eidam Stanislans Thurzös, des letzten protestantischen Palatins — an seinen Säbel, als die Protestanten zu viele Kirchen für sich zurückforderten, und unter den Katholiken, welche gegen die Rückgabe der Kirchen protestirten, befand sich der einzige männliche Sprosse einer alten Protestantenfamilie — welche bisher ein Hauptpfeiler dieses Glaubens gewesen war — der junge zweiuudzwanzigjährige Graf Franz Nädasdy, welcher schon im Jahre 1643 Nikolaus Eszterhazy zum katholischen Glauben bekehrt hatte. Der niedere Adel, die Städte, das Volk waren großentheils noch protestantisch, doch unter den Magnaten befanden sich um die Mitte des XVII. Jahrhunderts nur noch vier Familien, deren Mitglieder sämmtlich der Reformation angehörten.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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