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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 190 -
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190 Die Türke»ikriege und die Zeit der „Kurutzen". Der Friede zu Zsitvatorok, welcher von Zeit zu Zeit erneuert wurde, verbot den Türken wie den Ungarn in die gegenseitigen Gebiete einzufallen und die beiderseitigen Festungen zu belagern. Trotzdem wurden die Verwüstungen fortgesetzt. Die Türken fuhren wie vorher fort, in kleineren oder größeren Haufen in das ungarische Gebiet einzubrechen, zu plündern, sich Dörfer tributpflichtig zu machen; dagegeu hatten ihre Klagen kein Ende, wenn die Ungarn einmal Repressalien gebrauchten. Selbst an größeren Zusammenstößen fehlte es nicht, wie z. B. bei Groß-Vezekeny, im Barser Comitat, wo die räuberischen Türken von Gran und dessen Umgebung von dem Adel der nächstgelegenen Comitate und den Grenz- trnppen unter dem Commando des Grafen Adam Forgäch angegriffen wurden und vier Eszterhäzy: Ladislaus, der Sohn des Palatins, und seine Vettern: Franz, Commandant von Gyarmath, Thomas, Commandant von Lewentz, Kaspar, Ritter vom goldenen Sporn, junge vierundzwanzig- bis sünfunddreißigjährige Männer, ihre Truppen anfeuernd und ihneu im Kampfe voranstürmend, den Heldentod für das Vaterland starben. Fünf Jahre später fand, um auch eiues der zahllosen kleineren Treffen zu erwähne«, (am 28. Juni 1657) tief in dem den Türken unterworfenen Gebiete bei Csikvar, in der Nähe von Stuhlweißenburg, ein Zusammenstoß statt, in welchem Peter, der Ahne der gräflich Szapäry'schen Familie, ein gebildeter, tapferer Jüngling, schwer verwundet in die Gefangenschaft der Türken gerieth und nach Ofen geschleppt wurde, vou wo er erst nach vier Jahren, nach viel Elend und Pein, mittelst eines Lösegeldes von 22.000 Thalern befreit wurde. Diese Einfälle konnten durch die Besatzungen jener mehr als achtzig größeren und kleineren befestigten Plätze, welche an der Grenze des Landes von Szathmär bis an das adriatische Meer mit vielen Kosten und Mühen erhalten wurden, nur theilweise gehindert oder heimgezahlt werden. In Oberungarn, in den Theißgebieten, deren Obercapitän seinen Sitz in Kaschan hatte, waren die bedeutenderen Plätze: Szathmär, Källö, Tokaj, Onod, Szendrö, Putuok. Diesseits der Donau, im Neuhäusler oder Antemontan-Generalat war Neuhäusel die Hauptfestung, welche von den Graner Erzbischösen erbaut und größtentheils mit geistlichem Gelde erhalten wurde. Jenseits der Donau war Raab die Hauptfestung nnd darüber hinaus: gegen Papa, Veszprim, im Szalader Comitat, bildeten zahlreiche größere und kleinere Befestigungen das gegen Kanizsa gelegene Generalat bis zur Murinsel uud bis Legräd, die von den Zrinyis mit starker Haud geschützt und vertheidigt wurden uud über welche hinaus die slavonischen und kroatischen Grenzdistricte folgten. Alle diese Plätze boten indeß nnr dann und wann Schutz und die eifrigen Patrioten begannen — in dem seit dem Wiener Frieden trotz allen äußeren und inneren Schlägen allmälig erwachenden
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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