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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
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204 und Kaspar, der im Jahre 1663 noch einen dritten Brnder, Georg, Titnlarbischof von Semendria, in dem Kriege gegen die Türken verlor. Nach einiger Zeit erschien auch der Palatin im Lager mit seinem wohlbewaffneten Hausgesinde, es kamen serner Mitglieder der jetzt noch lebenden Familien Festetics, Bekassy, Balassa, Ottlik, Motesiezky, Palasthy, Semsey, Sennyei, Bagossy, Ragälyi, Berthöty, Fiäth, Zichy; dort befanden sich ferner, aber schon in den Reihen der regnlären kaiserlichen Armee, vier Palffy; dort Johann Bottyan, Hnsarencapitän aus Gran, der an der Spitze der Csepelinsel den flüchtenden Harem des Ofener Paschas gefangen nahm, ferner Graf Nikolaus Bercsenyi, der einuudzwauzigjährige feurige Sohn des Nenhänseler General- lieutenants, ein später berühmt gewordener Name der ungarischen Geschichte, endlich David Petnehazy mit seiueu Husaren und Hajdnken, der, seitdem er Tökölyi verlassen, in den Gebiete« jenseits der Theiß sich gegen die Türken so sehr auszeichnete, daß selbst der Wiener päpstliche Nuntius ihm, dem strengen Reformirten, eine goldene Kette als Anerkennung seiner Tapferkeit sandte. Die Ofener Festung, der Schlüssel des türkischen Reiches, wie man in Constantinopel sagte, wurde vou dem Albaueseu Abdnrrahman Pascha vertheidigt, der gegen die Venetianer und Polen bei Candia, sowie in der Ver- theidigung von Kaminieez sich seine Lorbeeren geholt hatte und die Heldenlaufbahn seines siebenzigjührigen Lebens nicht mit Schmach und Schande beschließen wollte. Die nördliche Vorstadt der Festung, die heutige obere Wasserstadt, vou deren gebrechlichen Mauern noch jetzt Trümmer ans der Ofener Landstraße sichtbar sind, nahmen die christlichen Truppen mit leichter Mühe ein (am 24. Juni), doch aufwärts zur Festung mußte jeder Fuß breit Boden mit Blut erkauft werden. Max Emannel griff mit seinen Baiern, den Sachsen und einigen kaiserlichen und ungarischen Truppen von der Südseite das königliche Schloß, Herzog Karl den von dem heutigen Wiener Thor bis zur nordwestlichen Ecke der Festnngs- mauer, bis zum sogenannten Graner Rondell sich erstreckenden, etwas über die heutige Bastei hinausliegeudeu, mit einer dreifachen Mauer geschützten nördlichen Theil an. Am 13. Juli fand der erste allgemeine Sturm statt. Die spanischen, englischen und französischen Freiwilligen stürmten begeistert voran und vergossen ihr Blut, doch erfolglos. Der Sturm wurde abgeschlagen. Doch gelang er besser nach zwei Wochen (am 27. Juli). Nun ging ungarisches Fußvolk (Hajdukeu) voran. Die Türken ließen eine Mine nach der anderen aufflattern. Von den Mauern fielen nnd flogen Flintenkngeln, ein Steinregen, Hand- granaten, brennendes Pech, hundert und aberhundert sich entzündender Pnlverfäcke auf die Angreifenden herab. Die Männer der Besatzung wurden von ihren Frauen uud Kindern sowie von den Ofener Juden unterstützt, vou denen manche zu deu Waffe» griffen, andere die türkischen Soldaten dnrch Versprechungen reicher Belohnung aneiferten. Ein Flammen- meer nmhüllte die Stürmenden. Auch Herzog Karl setzte den Helm ans und commandirte
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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