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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 262 -
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262 erhob der Causarnm-Director (Kronanwalt) bereits gegen 46 die Anklage auf Hochverrath und Aufruhr bei der königlichen Tafel. Unter den Angeklagten befanden sich manche hervor- ragende Gestalten der damaligen Literatur und des öffentlichen Lebens, wie Franz Kazinczy, Franz Verfeghy, ehemaliger Panliner, Dichter und Schriftsteller, der die Marseillaise ins Ungarische übersetzte, der junge Dichter Ladislans von Szentjob, Szabö, der Dichter und Schriftsteller Johann Bacsanyi und mehrere Andere. Die Septemviraltafel sprach über 18 Angeklagte das Todesurtheil aus. Martiuovich uud vier Direktoren wurden am 20. Mai 1795 in Ofen unterhalb der Festung, auf der heutigen Generalwiese (ungarisch Blutfeld) hingerichtet. Ihnen folgte am 3. Juni Paul Öz, ein junger Advocat aus Pest, und Alexauder Szolarcsik, ein zwanzigjähriger Jnrat, die sich zu ihren revolutionären Jdeeu selbst während des Processes und nach demselben bekannten. Die übrigen Elf wurden begnadigt und verbüßten mit ihren zu Haft verurtheilteu Gefährten — insgesammt siebenundzwanzig — ihre Strafen in verschiedenen Festungen durch längere oder kürzere Zeit. — Franz Kazinczy wurde nach fast siebenjähriger Gefangenschaft im Jahre 1801 frei und kehrte in die Heimat zurück, um seine auf die Neugestaltung der ungarischen Literatur gerichtete Thätigkeit fortzusetzen. Diese Beispiele waren nicht gerade geeignet, den französischen Ideen Anhänger im Lande zu schaffen. Die Extravaganzen der Revolution erschreckten zudem Jedermann, der auch nur einigermaßen die Anhänglichkeit an das bestehende Staats- und Gesellschafts- system bewahrt hatte. Die ungarische Nation unterstützte ihren König getreulich in dem wechselvollen schweren Kampfe, den er mit der französischen Republik, später mit dem Kaiserreiche zu bestehen hatte. Bonaparte wurde auf seinem italienischen Triumphzuge am stärksten durch eine» ungarischen General — Alvinczy — angegriffen, und der große Feldherr bedürfte seines ganzen Genies und Glückes, damit der Sieg von den französischen Fahnen sich nicht abwende. In nicht ganz zehn Jahren fand dreimal die Adels- insurrectiou statt — 1797, 1800 und 1805 — und ein schönes Denkmal der kriegerischen Begeisterung jener Zeit ist die Errichtung der Militärakademie, des Lndovicenins, auf dem Wege freiwilliger Spenden, welche laut Gesetz vom Jahre 1808 dazu vorbereiten sollte, „daß die ungarischen Jünglinge nicht blos mit der rohen Kraft, sondern auch mit den Mitteln der Wissenschaft für das Vaterland, für die angestammte Verfassung und das erlauchte Herrscherhaus kämpfen könnten!" Ein großes Verdienst ist in Bezug auf alles dies dem Palatin Erzherzog Josef zuzuschreiben, der Leopolds II. Sohn, jüngerer Bruder des Königs Franz und der würdige Enkel Maria Theresias war. Er war kaum noch 20 Jahre alt, als er (am 12. November 1796) zum Palatin gewählt wurde. Er bekleidete seine Würde länger als 50 Jahre, und während dieser Zeit gab es kein bedentenderes Moment in dem Leben der Nation, welches er nicht mit dem wärmsten Interesse verfolgt, ja
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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