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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 468 -
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468 jedoch abwechselnd rother und weißer Wein entfloß und über dem die Statue des Cupido stand u. s. f. Kaum weniger großartig und prächtig, als die Gärten von Visegräd, waren die gleichfalls von Matthias angelegten an der königlichen Burg zu Ofen. Nach der Beschreibung Bonfins bildeten die Bäume um die Burg ein förmliches Labyrinth. Zwischen ihnen standen mit verschwenderischer Pracht ausgestattete Käfige, in denen sich seltene in- nnd ausländische Vögel befanden. Diese Vogelhäuser bestanden aus Eisendrahtnetzen von so großer Ausdehnung, daß unter ihnen ganze Gebüsche, Obstbäume, ja Haine Raum fanden. Dieser Garten nahm die Stelle der jetzigen Christinenstadt ein und war berühmt wegen seiner schöne» Spazierwege, herrlichen Alleen, Springbrunnen, Fischteiche, künst- lichen Grotten und im Geschmacke jener Zeit gehaltenen Gartenbaulichkeiten. Überdies hatte König Matthias auch noch auf der Pester Seite einen Ziergarten, in dem er seine Mußestunden zu verbringen liebte. Dieser Garten erfüllte den Raum hinter dem Besitz- thnm der Franciscaner, und streckte sich von der Hatvanergasse bis zur Realschulgasse hin, welche erst bei der Vereinigung der Hauptstadt diesen Namen erhalten und bis dahin, aller Wahrscheinlichkeit nach in Erinnerung an den daselbst bestandenen Garten des Königs Matthias, „Grüne Gartengasse" geheißen hat. Die im Gebiete des Gartens anfgefnndenen Bruchstücke von Statuen, Jnfchrifttafeln und Denksteinen sind noch heute iu den Mauern des Franciscanergebändes zu finden. Außer den Ziergärten von Visegräd und Ofen hatte der König ferner auch um seine übrigen Schlösser und Lustplätze her bedeutende Gärten, unter denen die zu Totis und Diösgyör die ansehnlichsten waren. Der hohe Clerus und Adel folgte dem Beispiel der Könige und legte uicht nur an seinen ständigen Wohnsitzen Ziergärten an, sondern auch in der königlichen Residenz Ofen entstanden solche, als jene Herren sich daselbst niederzulassen begannen und glänzende Paläste bauen ließen. Der Obstbau entwickelte sich in dieser Epoche zu einem förmlichen Industriezweige. Eine große Anzahl von Obstgärten bedeckte alle Theile des Landes. Nicht nur die großen Herren besaßen solche, sondern auch die nnttleren und kleinen Grundbesitzer, ja selbst die Hörigen, und zwar nicht nur in den Hausgürten, sondern auch aus den Gründen außer- halb des Dorfes. Eines besonderen Rufes erfreute sich die Obstzucht der Insel Schütt, so daß das alte Sprichwort diese größte Donauinsel den „goldenen Garten" und das „Obst- paradies" genannt hat; ein alter Chronist aber, der das ganze Land beschreibt, spricht von der unermeßlichen Menge der besten Obstgattungen (lruFum et omnis Aeneris optimorum lruetuuin inlinlta copia). Neben Apfel-, Birn-, Pflaumen-, Kirschen-, Weichsel-, Aprikosen- und Pfirsichbäumen standen in großen, waldähnlichen Gruppen die Nnß- uud Kastanienbäume beisammen, denen sich noch mancherlei Gattungen fruchttragender
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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