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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 485 -
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485 den Wind hin und her gewehten Flugsand geführt wird. Der Bodeu besteht aus winzigen Sandkörnern und gestattet es dem Winde, heute eiu Thal auszuhöhlen, wo sich gestern ein Hügel gewölbt hat, und die mühselig gepflanzten Setzlinge sammt ihrem Erdreich dergestalt auseinanderznblasen, daß man nicht einmal mit Sicherheit sagen kann, wo vor Kurzem noch die Pflanzung gestanden, ja selbst erwachsene Bäume völlig zu verwehen oder mit emporgekehrten Wurzeln zn begraben. Dieser Krieg war indeß nicht erfolglos, denn, wen« auch der größere Theil der Sandwüste noch nicht mit Wald bedeckt erscheint, ist dieselbe doch bereits für die Vegetation erobert. Ihr Wald bedeckt 10.000 Joch und auf 20.000 Joch hat der Sand eine Rasendecke erhalten; rund 20.000 Joch machen auch jene Strecken aus, welche noch gefährlicher Bewegung fähig oder unfruchtbar sind. Die kahlen, belasten und bewaldeten Flächen folgen sich in interessanter Abwechslung und die Wälder erscheinen mehr wie Haine von Pappeln, Akazien und Wachholder. Die Arbeit der Aufforstung bemächtigt sich in erster Linie womöglich der Sandhügel, die dem Wehen des Windes ausgesetzt sind, und hier wird nach dem neuerlich bewährten Verfahren der Sand strichweise mit Zweigen von Pappeln, Wachholder und anderen Bäumen bedeckt, um ihn gegen den Wind zu schützen; unter dem Schutze dieser Decke bleibt der Sand liegen und die Akaziensetzlinge können in ihm weitergedeihen. Auch mit der Weißföhre sind Bewaldungen vorgenommen worden, aber ohne den erwarteten Erfolg, wogegen die Schwarzföhre mit günstigem Resultat gepflanzt wurde und bei Grebenacz sogar als hübsches Wäldcheu vorkommt. Zu dieser Gegend wären noch die Inseln der Donan, Theiß, Maros und Temes zu rechnen, mit ihren Weiden, Pappeln und Erlen oder, wie die Temes, mit sumpfigen Gebieten, welche keinerlei Erträgniß geben. Mit etwas gutem Willen und mäßigen Kosten wären auf ihnen schöne Eichen zu erzielen, denn wir zweifeln keinen Augenblick, daß sie ehemals zum größeren Theile herrliche Eichenwälder bildeten, wie denn Schreiber dieser Zeilen in der That auf der Särengräder Insel „Nynlak Halma" (Hasenhügel) nnter Weiden- und Weißdorngestrüpp Eichenpflanzen gefunden hat, welche aus tiefer gelegenen Wurzeln kamen und seine Ansicht unterstützten. Die vierte Gruppe bilden die westlichen Wälder, welche den zwischen Donan und Dran gelegenen Landestheil bedecken und in der Nähe dieser beiden Gewässer auf ebenem Boden und Vorbergen stehen, während sie gegen die Westgrenze des Landes hin das von den Alpen abzweigende Mittelgebirge bekleiden, so daß nur ein sehr geringer Theil dem Hochgebirge zukommt. Diese Wälder befinden sich in den Comitaten Wieselburg, Raab, Komorn, Gran, Weißenburg, Tolna, Somogy, Baranya, Weßprim, Zala, Eisen- burg und Ödenbnrg. Die Wälder sind hier zerrissener und mehr im Verhältniß zu den laudwirthschastlich cultivirteu Terrains vertheilt; der Pflug hat dem Walde schon viel
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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