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Zay-Ugröezer Holzschnitz-, die Huszter und Zala Egerszeger Tischlerei-, die Galgöezer
Knnstschnitzerei und die Mnnkäcser Holzindustrie-Lehrwerkstätten. Zur Förderung der
Thon-Indus t r ie wurden in Ungvär, Mvdor und Ujbänya Lehrwerkstätten errichtet.
Korbslechterei und Spitzenklöppeln werden in weiten Kreisen gelehrt, außerdem
siud an einigen höheren Volksschulen industrielle Lehrcurse mit entsprechenden Lehrkräften
eingerichtet. Nicht minder bestehen Winter Lehrcurse für das Baugewerbe und ein
besonderer Cnrs snr Dampfkessel-Heizer, aus dem in nicht mehr als fünf Jahren
1.523 geprüfte Heizer hervorgegangen siud. Es bestehen drei Industrie-Mittelschulen
mit Fachsectionen für Bau- und Maschinenwesen, für chemische, Metall- und Holz-
industriezweige. Höhere gewerbliche Ausbildung bieten die Gewerbe-Zeichenschulen,
sowie die mit dem technologischen Museum verbundenen Fachvorträge und Übungen,
die Krönung sämmtlicher Einrichtungen aber bildet das Bndapester Josess-Polytechniknm.
Ungarn kann daher der Zukunft bereits mit der Beruhigung entgegensehen, daß die in
seiner Industrie noch vorkommenden Lücken durch ein gutes, zur Arbeit erzogenes Volks-
material, welches dnrch ein energisch um sich greifendes Geschäftsleben gespornt und
unterstützt wird, alsbald ausgefüllt sein werden. Es kann mit Zuversicht erwarten, daß es
in nicht zu ferner Zeit fähig sein wird, seinen gesummten industriellen Bedarf mit dem
eigenen Erzeuguiß zu bestreiten und mit dem Überschuß einer stetig wachsenden industriellen
Prodnction seine südöstlichen Nachbarn in noch größerem Maßstabe zu versorgen.
Oerkehrsanstalten.
Ungarn besitzt dermalen ein Netz von Verkehrsstraßen, welches zwar noch nicht
vollständig und noch nicht so beschaffen ist, daß es keiner weiteren Ergänzung oder
Berichtigung Raum böte, jedoch dem Bedürfniß selbst bei gesteigerten Anforderungen
entspricht und großentheils sogar schon die Aufgabe erfüllt, dem Welthandel, der seinen
Weg dnrch das Land nimmt, als Vermittler zu dienen. Besonders die letzten Jahrzehnte
haben die Entwicklung dieser Verkehrsanstalten bedeutend gefördert und es findet sich
kaum ein Gebiet, auf welchem das Land in kurzer Zeit so große Fortschritte gemacht hätte.
Das Netz unserer Chausseen reicht über das ganze Land. Hier und da zeigt die
Straßenkarte allerdings noch Lücken und im Alföld zumal kommt es wohl anch jetzt noch
vor, daß der Reisende, wenn er auf der sogeuauuteu „Landstraße" nicht stecken bleiben
will, den Umweg über das Feld machen muß. Aber wie lange noch, und anch dieser
Znstand wird der Vergangenheit angehören. Staat nnd Eomitat bemühen sich lebhaft,
solchen Übelständen zu steuern, auch werden im Alföld immer mehr Localbahueu gebaut,
schon weil sie stelleuweise weniger kosten als Chausseen und dabei gewiß von größerem Nutzen
sind. Die Gesammtlänge der öffentlichen Straßen beträgt über lOd.OdO Kilometer. In
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Übersichtsband, Ungarn (1)
- Band
- 5
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1888
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.41 x 22.5 cm
- Seiten
- 532
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch