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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 518 -
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518 nicht zu Wagen reisen sollten, wie sie gern thaten, sondern zn Pferde oder zu Fnße, nm sich vertheidigen zu können." Reisende bedienten sich gerne der Wagen, namentlich des leichten ,C.uiius (kuesi — Wagen), einer ungarischen Erfindung, die von der Ortschaft Köcs bei Komorn ausging und so bequem und rasch zu reisen gestattete, daß Baron Herberstein, Gesandter Kaiser Maximilians I. am Hofe König Ludwigs II,, diese Art zu reisen mit besonderem Lob erwähnt. Die „Lurriferi <Ze Xocs« kommen auch in mehreren geschichtlichen Urkunden vor. Ungarn besaß vermöge seiner Lage in älterer Zeit sowohl strategisch als auch commerciell wichtige Linien des Durchzugsverkehrs. Gar manches historische Doenment enthält Beweise dafür, daß der Handel zwischen Westen und Osten seinen Weg zum Theil über Oberungarn und Siebenbürgen, zum Theil längs des rechten Donannfers nahm. Und diese Straßenzüge benützten auch die Kriegsscharen, welche durch die Könige oder nationalen Fürsten Ungarns gegen den äußeren Feind geführt wurden oder in das Land einbrachen. In jenen Landestheilen, welche nach der Schlacht bei Mohäcs unter den Königen aus dem Hause Österreich oder unter nationalen Fürsten standen, wurde auch zu dieser Zeit das Verkehrswesen, die Einrichtung der Straßen und Posten (Botenverkehr) keineswegs vernachlässigt, vielmehr nach und nach vervollkommnet, was die Organisationen beweisen, welche durch die Könige Ferdinand und Maximilian, sowie durch die Fürsten Georg Räkoezy I. und Franz Räköczy II. verfügt wurden. Schlimmer stand es um die vou den Türken besetzten Gebiete, wo selbst das Vorhandene wieder verkam, so daß es später nicht wenig Zeit und Opfer kostete, die auch in dieser Hinsicht vernachlässigten und verworrenen Zustände neu zu ordueu und zu bessern. Die türkischen Paschas und Begs machten kurzen Proceß. Hebi Beg z. B., der von Hatvan bis Szecsöny gebot, ließ, wenn es ihm um Steuergelder zu thun war, sein Edict einfach mit der Aufschrift versehe«: „Dieser Brief soll übergeben werden dem Richter zu Szakal und er soll ihn in Schnelligkeit dnrch einen sicheren Boten vou Dorf zu Dorf trageu lassen, schnell, schnell, schnell". So sahen damals die „Expreßbriefe" aus. Als die türkische Macht gebrochen war, konnte man auch darau gehen, das Eommnnicationswesen zu ordnen ; doch dürfen diese Organisationen nicht nach dem durch Dampf und Elektricität bewirkten Fortschritt gemessen werden. Eine richtige Entwicklung wurde noch erschwert dnrch die häufigen Zwistigkeiten und Unklarheiten zwischen Nation und Regierung hinsichtlich des Ansmaßes der administrativen Rechte und der Art ihrer Ausübung. Die Regierung schob auch in diesem Betracht die verfassungsmäßigen Rechte der Nation häufig beiseite und stieß die politischen und wirthschaftlichen Überzeugungen des Volkes vor den Kopf. Hinwiederum nahm die Nation, das heißt die zum Ausdruck des nationalen Bewußtseins berufenen verfassungsmäßigen Factoren, der Reichstag und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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