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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Seite - 520 -
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520 die Jurisdictiouen, blos wegen verfassungswidriger Form des Vorgehens, der Regierung gegenüber eine feindselige Stellung an, oft sogar, wenn die Bestrebungen derselben sonst zum Besten des Landes gedient haben würden. So geschah es, daß bis zum Jahre 1848 der Fortschritt auf diesem Gebiete nur eiu laugsamer seiu konnte. Bei alledem ist es interessant, daß in den Bestrebungen sowohl der Regierung als auch der Nation, hinsichtlich dessen, was für das Verkehrswesen zu geschehen habe, zwei Ideen deutlich hervortreten: die eine will die Verbindung Ungarns mit der Adria und die andere die Verbindung mit den südlichen und östlichen Theilen des Landes, beziehentlich mit den östlichen Ländern, welche damals noch unter türkischer Herrschaft standen. Beide Grundideen haben stets die Bewegung und die Kämpfe, welche das Verkehrswesen entfesselte, vollkommen beherrscht nnd sind noch jetzt maßgebend. In diesen Zeitraum fällt der Ausbau der 17 Meileu laugen Luisen- (Ludovica ) S t r a ß e von Karlsburg nach Fiume quer durch die diuarischeu Alpen, der ersten Kunststraße, welche aus dem Inneren Ungarns zum ungarische» Seehafen hinabführte. Sowohl der Reichstag von 179(1/91, als auch der von 1825, beschäftigte sich ein- gehend mit der Frage der anzulegenden Straßen und Kanäle, aber obgleich der letztere sogar eine Regnicolar-Depntation entsendete, die einen detailirten Entwurf über die Anlage und Erhaltung der Straßen (,I)e vimum structuru et conservutione") aus- arbeitete, führte« doch diese Bestrebungen unter den damaligen Verhältnissen zn keinem Resultate. Erst die Thätigkeit des Grafen Stefan Szechenyi brachte einen lebhafteren Aufschwung in die Entwicklung des ungarischen Verkehrswesens, bei dessen Skizzirnng in großen Zügen wir denn auch nicht unterlassen können, mit Hochachtung und Pietät des Mannes zu gedenken, der in den Vierziger-Jahren an die Spitze der Abtheilung für Eommunicationen im ungarischen Statthaltereirathe gestellt und später im ersten verant- wortlichen Ministerium Ungarns, als hiezn würdigste und geeignetste Persönlichkeit, mit der Leitung der öffentlichen Arbeiten und des Verkehrswesens betraut wnrde. „Wenn ich nicht wüßte", schrieb er zur Zeit, als er seine Stellung im Statthaltereirathe einnahm, „daß die Himmlischen zuweilen durch Kleine Großes zn schaffen lieben, ließe ich mich niemals an die Spitze eines so riesigen Werkes stellen, denn wie ich mir dieses vorstelle, darf es nicht nur so obenhin in Angriff genommen werden. Nun aber bin ich einmal daran nnd so will ich es denn durchführen, wie meine Vernunft es mir sagt und mein Herz mich drängt, so lange ich es vermag." Die Resultate seiner Bemühungen sind: der Beginn der Theißregnlirnng, die Budapester Kettenbrücke, die Förderung der Donandampfschiffahrt, die Studien zur Regulirung der Douau und besonders des Eisernen Thores, die Initiative znm Eisenbahn- bau, endlich die jetzt nach ihm benannte Szechenyistraße, welche von Drenkova durch die
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, Ungarn (1), Band 5
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, Ungarn (1)
Band
5
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1888
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 22.5 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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