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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 164 -
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164 ab;' — „der Margarethen-Regen macht d'Nnß' theuer"; — „z'Bartlmei stockt mau d'Äpfl und d'Nuß iu's Heu" ^ u. s. w. Zwischen den „Frauentagen", das ist zwischen Mariä Himmelfahrt und Maria Geburt, drischt mau schon wieder das neue Samenkorn und zu Ägidi (1. September) ist die erste Woche für die Roggensaat, in der Kreuzwoche (Kreuzerhöhung, 14. September) die zweite und in der Quatemberwoche die dritte. Um zu erfahren, welche von diesen drei Saatzeiten die günstigste ist, nahm der Bauer sonst von der ersten Fuhr Korn, die er einbrachte, drei Ähren und legte sie der Reihe nach in die Erde. Welche am schönsten aufging, gab ihm diese Woche an. Kommt der Winter, so ist die Zeit zum Dreschen des Getreides. Auch für diese Arbeit hat man gewisse Sprüche und Bräuche. So deutet man den Tact, nach welchem die Drescher auf die Tenne schlagen, durch rhythmische Sprüche an: Wenn einer drischt, lautet es: „Dieb — Dieb"; wenn zwei: „Schölmdieb — Schölmdieb"; — wenn drei: „Stich d'Katz ab — Laß's Fleisch da", — wenn vier: „Haud^ Hund in Dah — Jag's abher da"; — wenn fünf: „Hand Hund in Snmpa";* — wenn sechs: „Ein' Schüssel voll Krapfen, — i mag's nöt dertapp'n^ u. s. w. Wenn endlich das letzte „Stroh", das ist so viel Getreide, als auf einmal auf der Tenne gedroschen werden kann, an der Reihe ist, läßt die Bäuerin ein Säckchen mit gedörrten Birnen, Äpfelspalten, Nüssen n. s. w. durch die Kücheumagd oder sonst jemand auf die Tenne werfen. Man nennt das den „Tendlboß". Die Überbringerin muß sich aber flink aus dem Staube machen und in die Stube, in den Tischwinkel flüchten, denn die Drescher werfen die Flegel weg und laufen ihr nach. Wird sie eingeholt, so wird sie „ausgespannt", das heißt, es werden ihr die Arme ausgespannt und an einen Stock gebunden; überdies wird sie „eiugestroht", das heißt in Stroh gewickelt und muß sich tüchtig ausspotten lassen. Anderwärts geht während des „letzten Strohes" ein Knecht heimlich in die Küche. Er hat ein Strohkränzlein mit, füllt eine Pfanne mit Wasser, legt das Kränzlein hinein und heizt unter, worauf er, sich eiligst entfernend, schreit: „'S Krapfenstroh brinnt!" Erwischt ihn dabei die Bäuerin mit den Mägden, muß er es sich gefallen lassen, daß man ihm Hände und Gesicht mit Ruß schwärzt und so in die Scheune zurückbringt — zum Gelächter der übrigen. Wer beim „letzten Stroh" den letzten Schlag aus die Tenne thut, bekommt die Stad'lheuu' oder die „rothe Heun'", was für ein Zeichen der Saumseligkeit und Faulheit ' Am Jakobstag (25. Juli) sind Äpfel und Birnen noch sauer; am Laurenztag (1v. August) bekommen sie Saft; am Bartholomäustag (24. August) werden sie schmackhaft; am Michaelstag (29. September) ist Obsternte. — > Äpfel und Nüsse sind reif. — ' sind. — ^ Korb. — ^ erreichen, erhaschen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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