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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 475 -
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475 aus Salzburg. Vou de« wandernden Schanspielertrnppen erfreute sich bis zur Gegenwart die der Laufeuer Schiffer einer allgemeinen Beliebtheit: doch kau» ihre Bühue heute, des moderne» Repertoirs wegen, nicht mehr das eigentliche Volksschanspiel repräsentiren. Die letzten Reste des altdeutschen Volksschauspieles finden wir vielmehr iu jeueu kleinen Comödieu, welche durch umherziehende Dilettanten (meist Schiffer, Salzarbeiter oder Schnitzer) zwar im Costüm, aber ohne Decorationen in einer Stnbe meist zur Winterszeit ausgeführt werden. Die Entstehung dieser Spiele mag ans die schon im XVI. Jahrhundert nachweisbare Sitte des Volkstheaters zurückgehen, nach den geistlichen Spielen noch ein Fastnachtspiel aufzuführen. Fiudeu wir im geistlichen Volksschanspiele oft den „Präcursor", der in einein Prologe den Inhalt des Darzustellenden mittheilt, durch einen Engel vertreten, so scheint in de» weltlichen Spielen schon in älterer Zeit der „Hauswurst" den Präcursor gespielt zu habeu. Vielleicht liegt hierin die Erklärung, warnm Josef Stranitzky gerade die Salzburger Bauerntracht und Mnndart wählte, als er zn Beginn des XVII. Jahrhunderts den „Hanswurst" statt des übliche« Schalksnarren in fremder Maske anf die Wiener Bühne brachte. Iu einer seiner Staatsactionen: „Der großmüthige Überwinder seiner selbst", hat Stranitzky sogar eine zweite Salzbnrger Volksfigur in die Handlung aufgenommen, indem er den Nachbarn des Hanswnrst, den Baner „Riepel" aus Salzburg ankommen läßt. Neben den Spielen der zur Weihnachtszeit umherziehenden Dilettanten findet sich das Volksschauspiel an vielen Orten noch bei den Belustigungen, welche das Landvolk nach dem Abdreschen veranstaltet, in den sogenannten „Drischellegspielen" vertreten. Von solchen Spielen theilte Hartmann mehrere aus de» Greuzgebieteu von Salzburg und Oberbaiern mit nnd gab zugleich Nachrichten über die Abfassung dieser volkstümliche« Spiele durch de» Salzburger Ferdinand Joly, einem ehemaligen Studenten, der in der Gegend des Chiemsees ein unstetes Leben führte und 1823 starb. Dieser originelle, dnrch seine Bildung zwischen dem Landvolk nnd dem Städter stehende Volksdichter führt uns zum Schlüsse auf das Gebiet der Dialectdichtung, die auch iu Salzburg seit der Mitte des XVIII. Jahrhunderts gepflegt wurde, zuerst nur auf dem Gebiete der niederen Komik in Possen, welche dem Zuschauer die Tölpelhaftigkeit des Bauers auch iu dessen eigener Sprache vorführen sollten, so in den Farcen, welche die Benedictiner I. I. Wimmer und Fl. Reichsiegel auf das salzburgische Hoftheater brachten, iu unserem Jahrhundert hingegen in würdigerer Weise in einer Reihe von Dialectdichtern, unter welchen Sylvester Wagner in seinen „Salzbnrga Banerngsanga" und Bartholomäus Hutter in seinen Pinzganer Liedern das Banernleben ihrer Heimatgane zu schildern versuchte», während der „FinkvonMattsee", AngnstRadnitzky, den versisicirten Anekdotenkram der Saloudialectdichtung verschmähend, prächtige Genrebildchen des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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