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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 483 -
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483 sociale Stellung einflußreiche Bürger. Mozarts Verweilen in seiner Vaterstadt bildet sohin einen Zeitraum rührigster Thätigkeit und reichen, mannigfaltigen Schassens, von welchem ein Blick auf die unzweifelhaft in Salzburg in der Zeit vom Sommer 1772 bis 1777 entstandenen Werke Zeugniß gibt. Hierzu zählen, abgesehen von den Arbeiten für den Gottesdienst, an Compositionen größeren Umfanges allein die Oper kle puslore, 7 Claviereoneerte uud Sonate», 7 Symphonien, 3 Streichquartette, 6 große Divertimentis, dann die Lodrou'scheu Nachtmusiken nnd die zu den Vermählungsfeierlichkeiten der Bürger- meisterstochter Elise Haffner eomponirte, unter dem Namen der Hafsnermusik bekannte große Serenade. Über dieser Epoche segensreichen Knustschaffens aber schwebt eine dräuende Wolke, immer tiefere Schatten werfend, — das Verhältniß Mozarts zu seinem Fürsten. Man mag die Ursache der Mißgunst des Erzbischofs Hieronymus Colloredo wo immer, die Schuld iu dem Fürsten oder dem Künstler suchen, Thatsache ist, daß Ersterer Mozart jede Auerkennnng seiner Leistungen versagte, ihm mit Mißachtung begegnete, ja ihn wiederholt empfindlich demüthigte. So gab die abermalige Verweigerung eines angesuchten längeren Urlaubs die Veranlassung, daß Mozart im September 1777 das Dienstverhältniß löste und Salzburg verließ. Aber schon im Jänner 1779 folgt der Künstler, der unbegreiflicher Weise trotz seines hohen Künstlerruhms weder in Frankreich noch in Deutschland eine bescheidene feste Stellung finden konnte, wie sie heutzutage einem tüchtigen Mnsiker mittelmäßiger Begabung fast gewiß ist, dem Anerbieten des Erzbischofs nnd kehrt gegen Erhöhung seiner Besoldung ans 500 Gulden, nach Mozarts bestimmter Behauptung nur 400 Gulden, in sein früheres Amt zurück, zu welchem ihm anch die Stelle als Hof- und Domorgauist verliehen wird. Mozart arbeitet nun mit Eifer an der technischen Ausbildung des von ihm geleiteten Musikiustitntes «ach seinen im Auslande, besonders in Mannheim, erworbenen Erfahrungen; die Musik zu Köuig Thamos mit ihren imposanten Ehorwirkuugeu, die deutsche Operette Zäide, mit dem an Stelle des begleiteten Recitativs getretenen Melodram und die Oper Jdomeneo sind, nebst Kirchen- und Kammermusiken, Erzeugnisse der letzten Jahre Mozarts in Salzburg. Noch waren die Nachklänge des rauschenden Trinmphes nicht verstummt, welcher die erste Anssührnug des Jdomeneo in München am 29. Jänner 1781 begleitete, als in Wien, im Mai desselben Jahres, jene bekannte, längst zu erwartende Katastrophe eintrat, die das Verhältniß Mozarts zu dem Erzbischof und seiner Vaterstadt für immer löste. Seiner drückenden Fesseln ledig eilt Mozart in Wien von Triumph zu Triumph, seiner höchsten Vollendung und frühem Tode entgegen. Salzburg, uicht berufen, die heimatliche Scholle des lebenden und strebenden Mozart zu sein, bot der Erinnerung nnd Verehrung des Meisters eine treue Heimstätte, und als im Jahre 1835 Julius Schillings und L. A. Frankls Stimmen sich erhoben und nach einer Heimat für des großen Tondichters Denkmal riefen, da machte Salzburg das Lied zur ZI»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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