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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
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500 Geraume Zeit erst nach den Stürmen der Völkerwanderung nahmen die Bajuvaren das entvölkerte Land in Besitz; mit ihnen kam das Element einer völlig neuen — germanischen — Cultur, die mit ihrer Bekehrung zum Christenthums zugleich eine christliche wnrde. Ihr Apostel, der fränkische Wanderbischof Rupert, gründete bekanntlich auf den Trümmern Juvavums das heutige Salzburg. Aus der Geschichte erfahren wir, wie seine Schöpfung zu reichem Besitz, Ansehen und Macht gelangte und allmälig zu einem selbständigen geistlichen Staatsgebiete, dem östlichsten nnter den zahlreichen Priester- staaten des heiligen, römisch-deutschen Reiches, heranwuchs. Ein volles Jahrtausend währte die Herrschaft des Krummstabes über das Land nnd drückte seinem gesammten Culturleben ihr Gepräge auf. Ihr Einfluß bestimmte auch die Entwicklung der heimischen Kunst; der Grundzug derselben mußte nothwendig ein kirchlicher werden. Dieser blieb durch alle Jahrhunderte überwiegend trotz des Glanzes profaner Bau- und Kunstwerke, mit dem die geistlichen Landesherren späterer Zeit sich umgaben. Eben darin liegt für Salzburg gegenüber den Nachbarländern und namentlich den altösterreichischen Provinzen ein gewisser unterscheidender Charakterzug. Er spricht sich am schärfsten in der kirchen- reichen Landeshauptstadt, unverkennbar aber auch in allen anderen Theilen des Landes aus. Von der Zeit, da die christlich-germanische Cultur sich künstlerisch verkörpert, zu selbständigen Kunstformen sich durchgerungen hatte, lösten auch hier wie überall die großen Stilperioden des Romanismus, der Gothik und endlich der Renaissance mit ihren Wandlungen einander ab. Jede dieser Stilperioden kam verhältnißmäßig spät ins Land und ging auch wieder spät von dannen. Man darf die volle Herrschaft des Romanismus für unser Land erst vom XII.. jene der Gothik vom XV., jene der Renaissance endlich von dem Ausgange des XVI. Jahrhunderts an rechnen. Für die Betrachtung der Architektur ist es vor Allem nöthig, zwischen Stadt und Land Salzburg zu unterscheiden. Dort baulicher Prunk und Formenreichthum bis zum Übermaß, wie auf deutschem Boden wenige Städte gleichen Ranges ihn aufzuweisen haben, hier das entschiedenste Gegentheil. Die Stadt mit ihren Kirchen, Kuppeln und Thürmen, mit ihren breitgelagerten Palästen und Klöstern, ihren Zierbrunnen uud Denk- säulen auf imposanten Plätzen, neben und zwischen welchen das bürgerliche Wohnhaus, in engen Gassen gequetscht und in seiner Entwicklung nach innen gedrängt, en:e bescheidene Rolle spielt, trägt einen ins Große gehenden monumentalen, mehr vornehmen als anheimelnden Zug, der stark an die Fremde und zumal an den Süden mahnt; im Lande nichts von alledem. Vergebens sucht man hier nach einem alten Baudenkmal«: von mehr als gewöhnlichem Schlage; kein stolzes Herrenschloß, kein gastlich leuchtendes Kloster- oder Stiftsgebäude, kein anderes Bauwerk von imponirender Erscheinung — Alles schlicht, auf das Bedürfniß beschränkt, gering an Umfang nnd arm an Form. Selbst die Kirchen, womit
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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