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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 534 -
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531 geistlichen Stifte und Klöster, der Adel und die Bürgerschaft svlgten ihm theils aus freien Stücken, theils mehr vder weniger gezwungen im Niederreißen und Bauen, Erueueru nnd Verschönern nach. Was seine Reformpläne verlangten, mußte geschehen, man mochte wollen vder uicht, wobei er übrigens mit Förderung nnd Unterstützung jeder Art nicht kargte. Seine Großmuth gegen die Willfährigen kannte keine Grenzen. In knrzer Zeit bekam fast die halbe Stabt, wie der Chronist schreibt, eine nene Gestalt. Sie muß sich auch erheblich vergrößert haben, denn die dnrch die Demvlirnngen aus dem Inneren verdrängten Elemente setzten sich znm guten Theile an der Peripherie wieder an. Und hier scheint es uns am Platze, auch auf das salzburgische Bürgerhaus , wie es in den alten Stadttheilen noch heute vorherrscht, eiueu kurze« Blick zu werfen. Es hat bekanntlich eine eigenartige, auf deutschem Bode« seltene Gestalt, der man weder archi- tektonische Schönheit, noch mit Rücksicht auf Klima nnd Lebensweise große Zweckmäßigkeit nachrühmen kann. Eng und massig an einander gedrängt, mehr in die Tiefe als Breite gehend, strebt das Gemäuer mit glatten nnbelebten Außenwänden zu der Höhe von vier bis fünf Geschossen empor und schließt, oben mit einem horizontalen Gesimse das plattformartig eonstrnirte Holzdach verdeckend, ab. Weder der Erker- noch der Giebelbau des altdeutschen Bürgerhauses kam hier znr Geltung. Und wie das Äußere, so zeigt in fast typischer Gleich- förmigkeit auch das Innere manchen eigenen Zug: ein meist nnverhältnißmäßig großes Stiegen- oder nach ortsüblicher Sprachweise „Borhaus" in der Mitte und offene, von Marmorsäulen getragene Bogengänge, welche das vordere Hauptgebäude mit einem oft ebenso großen Hinterbaue verbinde». Zwischen beiden ein enger Hosraum mit dem oft recht zierlichen Schmuck der erwähnten Säulengänge. Man gewöhnte sich dieses Salzburger- haus „italienisch" zu ueunen, und in der That mahnt es in einigen Stücken lebhaft an Italien. Manche Uferpartie unserer Stadt, wv die alten Bürgerhäuser iu gequetschter Masse sich au die Salzach dräugen, könnte ebensv gnt am Po oder Aruo stehen. Wir bemerkten früher, daß diese absonderliche Banaulage iu Salzburg unzweifelhaft hohen Alters, vermuthlich so alt wie die Stadt selber ist. Wie viel zu ihrer Eutwickluug Einflüsse vom nahen Italien, die kaum ganz wegzuleugnen sind, mitgewirkt haben mögen, läßt sich hente schwer entscheiden, gewiß aber liegt der erste und natürlichste Erklärungsgrund in der Lage der Stadt nnd in der Art ihres Entstehens. Das felsige Becken, das heute die Stadt nach alle» Seiten überquellend ausfüllt, bot vou Anfang schon zwischen Berg und Fluß kargen Raum zur Besiedlung, uud vou diesem hatte deu größte» uud — iu de« Augen des schutzbedürftigen Mittelalters wenigstens — besten Theil das Besitzthum der Kirche eiugeuvmmeu. Für das Bürgerthum, das unter ihren Fittigen allmälig heran- wuchs, blieb wenig übrig, mit seinem Erstarken wurde es bald zu wenig. Dieses mußte sich iu engen Gassen und Gäßchen um den breitgelagerten Kern der kirchlichen Gebände
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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