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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Seite - 584 -
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584 entfallen. Als Durchschnitt des gesammten Alpenlandes kann auf ein Kuhgras 3^/, Joch Fläche und eine Benützungsfrist von zwölf Wochen angenommen werden. Nach diesen Verhältnissen und mit Rücksicht auf die Qualität der Gräser werden auch die Weide- oder Alpzinse für die verschiedenen Viehgattungen bestimmt. Der Culturaufwand bei den Alpen besteht wesentlich im „Putzen" der Alpen, wobei von Lawinen herrührendes Holzwerk und Gestein entfernt, Laub abgerecht und die Alpen von überwuchernden Gewächsen, Hederich, Schwarzbeeren, Farrn u. s. w. gereinigt werden. Ferner gehört hierher das Einzäunen der Alpen an besonders gefährlichen Stellen, das Wegmachen, die Reparatur der Alpeuhütten und Ställe, das Holzmachen, dann das Mähen und Bringen des Henes auf den Alpenangern. Der Ertrag der Alpen ergibt sich aus dem Milchnutzen, dem Gewinne aus der Viehzucht und dem Weidezinse. Die Heimkehr (Heimfahrt) von der Alpe gestaltet sich zum Fest für die ganze Gegend. Den Zug eröffnet die Kranzkuh, die schönste der Herde, Hörner, Stirn und Hals mit Blumen und Flittergold geschmückt. Ihr folgt unter dem Geläute der Viehglocken im langgedehnten Zuge die übrige Herde mit den Prodncten und Utensilien der Milchwirth- schaft. Aber dieser Festzug gilt nur bei froher Heimkehr nach glücklicher Alpenzeit; der Heimzug erfolgt traurig und prunklos, wenn, wie in nicht gar seltenen Fällen, die Vieh- wärter bei ihrem mühseligen und uichtsweniger als gefahrlosen Berufe ein Unglück oder ein Viehverlust betroffen hat. Forstwirthschaft und )agd. Mit einem Waldstande von 231.841 Hektar und einer Bewaldung von 32 4 Procent der Gesammtsläche steht Salzburg unter den Alpenländern keineswegs obenan. Dennoch ist es ein Waldland x>ar exoellenee, weil die Waldwirthschaft auf seine Bodencultur uud die Entwicklung der ganzen Eigenart des Landes den größten Einfluß genommen hat. Wer das Land durchreist, empfängt den Eindruck, daß es dichter bewaldet sei; denn mehr als 240.000 Hektar Alpen- und Hutweideland, im Verlaufe der Zeit dem Holz- boden entrungen, breiten sich — noch heute theilweise bestockt — theils im Innern, theils an den Rändern der Forste und namentlich im Gebiet der oberen Waldregion aus, deren Horste aus Krummkiefer, Lärche und Zirbe dem ewigen Eise des gletscherreichen Landes ehemals viel näher lagen. Dörfer und Gehöfte, im Grau des Holzes schimmernd, scheinen wie aus der Umgebung des dunkelernsten Fichtenwaldes emporgewachsen und das Volk selbst ist knorrig und zähe wie das Gehölz seiner Berge. Nur der nördliche Theil des Flach- gaues, ein kleiner Landstrich von etwa 860 Quadratkilometer, bietet ein wesentlich anderes Bild: eine offene wellige Landschaft. Der Weideboden fehlt, der Wald ist in kleineren, mit dem Felde abwechselnden Parcellen von Laubholz uud gemischten Beständen vertreten, er
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Oberösterreich und Salzburg, Band 6
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Oberösterreich und Salzburg
Band
6
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1889
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
17.03 x 24.86 cm
Seiten
650
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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