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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 138 -
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138 Übergang aus der vormärzlichen Zeit in die Gegenwart. Seine Dichtungen „Nach der Sonnenwende" sind Perlen der modernen Lyrik geworden. In den Novellen, die mit echt kärntnischer Gemüthlichkeit geschrieben sind, waltet noch der Geist der Romantik. Mit den Romanen steht er dagegen ganz auf dem Bodeu der modernen socialen Frage. Sein cnltnrhistorischer Roman „Grafenpfalz" dürfte den besten dieser Art würdig an die Seite zu stellen sein. — Auch die jüngste Zeit reifte manches schöne Talent in Kärnten. Ihr gehören außer den Dichtern Th. Jaritz: „Schwanentöne an mein geliebtes Käruteu", F. von Benedict: „Die Guzmanu", L. Germouik: „Kornblumen", „Alpenglühen", auch L. Weuger, R. Waizer und andere an, deren Lieder sich in verschiedenen Zeitschriften finden. Fritz Pichler (geboren 7. Juli 1834 zu Klageufurt) hat sich nicht blos durch seine kräftig ernsten Balladen und Novellen, sondern auch dadurch um die deutsche Dichtung in Kärnten verdient gemacht, daß er die Lieder eines anderen, leider zu früh verstorbenen Kärntner Sängers, Gustav Bogeusberger, sammelte und herausgab. Wuchtige Töne schlägt der Sohn des eisumstarrten Möllthals, Johann Kleinfercher (Fercher von Steinwand) in seiner Liedersammlung „Deutsche Klänge", in „Gräfin Seelenbrand" und dem Drama „Daukmar" an. Hohen idealen Anschauungen weiht seine Kunst der Oberdranthaler Friedrich Marx in seinen lyrischen Dichtungen „Gedichte" und „Gemüth und Welt", wie in seiueu Dramen „Olympias" und „Jacobäa von Baiern". Th. Schlegel wandte sich in jüngster Zeit wieder der poetischen Behandlung altkärntnischer Sagenstoffe zu. Der Lyriker der Gegeuwart ist Ernst Rauscher von Stainberg (geboren am 3. September 1834 zu Klagenfurt). Warme Liebe zur Heimat, edle Männlichkeit, sittlich schöne Haltung und feste, sichere Weltanschauung sind die Grundzüge seiner Dichtungen. „Nora", ein lyrisch-episches Gedicht, „Am Hochkar", eine Novelle in Versen, die Idylle „Fiorenza" und „Die weiße Rose" sind duftige poetische Blüten. Der durch seine sittlich-ernsten Erzählungen als Jugendschriftsteller bekannte Franz Frisch und der Märchenerzähler F. Franziszi mögen den Reigeu schließen. Dialect und Dialectdichtnng. — Kärnten ist eines der großen Thore, durch welches zu Beginn des Mittelalters die Wanderscharen von Norden oder Osten her nach dem sonnigen Süden zogen. Wiewohl weder die rauhen Hochthäler noch die vielen Trümmerstätten früherer Cultur zum Bleiben einluden, so mögen doch, namentlich in den von der großeu Heerstraße etwas abseits liegenden Thälern Reste der germanischen Scharen zurückgeblieben sein, die sich unter der slavischen Herrschaft ihre nationale Selbständigkeit bewahrten und dann mit dem immer weiter nach Osten vordringenden bajnvarischen Stamme vermengten. Sei es dies, seien es die eigenthümlichen Natnrverhältnisse des Landes, sei es auch wohl nachbarlicher fremdsprachlicher Einfluß, — genug, es bildete» sich iu dem kleine»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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