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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 149 -
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149 kleinen Liedchen, welche anderwärts „Schnadahüpfel", hier aber bald „Gsauglu", „Gsäzlu", am häufigsten aber „Schwaz- oder Plepperliadlu" heißen. Ihrem poetischen Gehalte nach sind diese „Plepperliadlu" von sehr ungleichem Werthe. Neben wahren Perlen der Poesie läuft viel Minderwerthiges. Ein beträchtlicher Theil dieser lustigen Erzeugnisse des Tanzbodens verdient gar nicht mehr den Namen des Liedes oder des Gedichts; es sind jene derben Gassenhauer, welche nnr noch an der Zugkraft der darin enthaltenen „Schlager" und Zoten gemessen zu werden verdienen. Die Dichtuugsform des „Plepperliadls" ist das vorherrschende Medium, desseu sich heute der dichterische Geist des Volkes zum poetischen Ausdruck seiner Empfindungen und Gedanken bedient. In ihm werden alle Borfälle und Verhältnisse des Lebens auf dem Laude iu der ganzen Mannigfaltigkeit der Stimmungen und Empfindungen behandelt, welche dieselben erzeugen. Selbstverständlich ist die Liebe mit ihrem Suchen und Finden, ihren Hoffnungen und Enttäuschungen, ihren Freudeu und Leiden die weitaus reichste Quelle für den Gedankeninhalt dieser Lieder. Ein anderes beliebtes Stoffthema derselben ergibt sich in dem Selbstbewußtsein und der Rivalität der Ortschaften nnd Gaue, der Classen uud Bernse. Selbst das wirthschaftliche und politische Leben findet hier nnd da in ihnen seine Beleuchtung. Die sprachlichen Mittel dieser Lieder sind einfach, der Dichter aus dem Volke drückt seine Stimmungen und Gedanken in schlichter und epigrammatischer Kürze aus. Das einzige häufigere Kuustmittel, das znr Anwendung kommt, ist das Bild. — Von gleicher Einfachheit ist der Versbau dieser kleineu Volkslieder von Dentschkärnten. Abweichend von der in der Knnstpoesie herrschenden Praxis, wo der Vers nach Länge nnd Kürze der Silben gemessen zu werden pflegt, bestimmt hier der Tonfall Hebnng und Senkung das Maß des Verses, ganz so wie dies in der mittelhochdeutschen Dichtung geschah. In der Regel kommen bei diesen Kärntner Liedern zwei bis drei Hebungen auf eine Zeile, denen ebenso viele Senkungen folgen. Die Strophen sind meist vierzeilig, doch treten anch daneben hier uud da sechs- uud achtzeilige auf. Eine kleine Sammlung möge die wesentlichsten dieser Strophenformen illnstriren. Am häufigsteu erscheinen Strophen von dem Baue der solgeudeu: Seit i di, seit i di, Mei liabs Gretele ken. Schön blau is der See Unt mei Herz tuet mir weh, 's weat nit entar gsunt Bis mei Bue wieder kumt. Mei Diandle is sauber Is weiß wia der Schnee, Däs macht halt das Wäser (Wasser) Vom Klagnsurtner See. Hän wol viel Diandlan gsegn, Laß se allzamen sten,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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