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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
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150 Eine weitere Strophenform zeigt das beliebte Tanzlied: Nar schen langsam und stat Wia der Bergerbne maht, Von vornehmer Schönheit ist folgende Strophe: Und schen längsam gezogen Daß die Fetzen seint gflogen. Wer da Tänz kan Gibt Tänz an, Wer Geld hat Zält aus. Wer a Diandle hat Kän tänzn, Wer kans hat Bleibt zhans. Vielfach hört man auch Lieder vom Strophenbau des folgenden: Af der Ziggnln dobn Häb is meine Felder, Af der Goritschizen Häb is meine Wälder, Endlich noch die merkwürdige Strophe: Gestern af di Nächt, Gestern af di Nächt Hät mi mei Diandle lanni gmächt, Hennt in der Früa Hennt in der Früa Hat sie wieder glacht za miar, Von Pizzelstetten weg Und Maria-Säl Kern di Diandlan mein Bis Ebental. I abr nix, I äbr nix I häb nix gredt zan iar, Weil sie göstern af die Nacht Göstern af die Nacht, Mi launi hat gmacht. Den didactischen Theil der Dichtung des Volkes bei den Deutschen Karntens repräsentireu die Sprichwörter („Spruch", „Sprüchlau"). Wie er den Witz liebt, welcher trifft und sticht, so hat der Bauer auch eine starke Vorliebe für das Sentenziöse der Rede. Dieser Neigung kommt nun der Dialect mit seiner Eigenart, namentlich durch die Kürze und Bildlichkeit des Ausdrucks entgegen. Das Zusammentreffen dieser beiden Umstände begünstigt das Entstehen zahlreicher Sätze, welche öfter unter Anwendung eines glücklichen Bildes, fast immer aber mit epigrammatischer Schärfe irgend eine Erfahrung des Lebens zum Ausdruck bringen. Das Treffende des Bildes, die Richtigkeit des Erfahrungssatzes brechen dem Worte rasch überall Bahn, es geht bald von Muud zu Mund und wird auf diese Weise zum Spruche. Die Menge dieser „Sprüchlan" zählt nach Hunderten. Man findet alle Arten des Sprichworts darunter, jene nicht ausgenommen, welche man die apologetischen nennt, wenn diese auch nur zu den selteneren gehören. Aus dem großen Schatze dieser deutsch-kärutuischeu Volkssprichwörter seien einige der besonders charakteristischen hervorgehoben. Zunächst einige aus der Gruppe der apologetischen: I schwärz, du schwärz, hät der Teufel gsägt, wia er in Kohlbrenner hat
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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