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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 169 -
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169 ausprägen, nicht für geeignet erachteten, um sie für die Kunstchronik festzuhalten, vielleicht auch darum, weil Käruteu an schöpferischen Fachmusikern thatsächlich auffallend arm ist. Es sind allerdings Spuren vorhanden, daß Minnesänger das Land durchzogen haben, und ein günstiges Territorium fand sich bei dem Bestände so vieler Rittckbnrgen ja vor (Heinrich von Osterdingen sogar soll auf seiner Romreise in Friesach übernachtet haben); auch Meistersänge? hatten sich auf protestantischem Boden seßhaft gemacht, — doch mit diesen und einigen sagenhasten Daten schweigt die Geschichte über Kärntens Musik- Urzustände. Erst nachdem das Land mit Baiern in Fühlung getreten war, und noch mehr, nachdem die Franzosen nach mehrmaliger Occnpation im Jahre 1815 für immer von Kärnten Abschied genommen hatten, begann das Musikleben aufzublühen. Während sich z. B. früher nur noch kirchliche Musik, weil von der Geistlichkeit propagirt, erhalten konnte, wurde von nun an auch die weltliche wieder gefördert. Als eifriger Pfleger der letzteren wird zunächst Fürst Ferdinand Porcia in Spital genannt. Das Benedictinerstist in St. Paul und dessen Colonie in Klagenfurt haben sich anderseits um die Kirchenmusik nicht unerhebliche Verdienste erworben. Nicht unerwähnt mögen die eigenartigen lang- gedehnten Weihnachts- und Neujahrsgesänge bleiben, die vornehmlich im Möll-, Lieser- und Lavantthal gediehen, einen balladenartigen Charakter besitzen und hin und wieder jetzt noch, allerdings höchst selten, wie einst üblich in Verbindung mit scenischen Darstellungen zum Vortrag gelangen. Zu Ausaug dieses Jahrhunderts, das als die Ära des Vereinslebens gelten kann, entstanden nach dem Muster großer deutscher Städte auch in den Provinzen Musiker- verbindungen und als eine der ersten unserer Monarchie kann der „Musikverein in Klagenfurt", der im Jahre 1828 gegründet wurde, bezeichnet werden. Diese Körperschaft schuf sich zunächst ein Repertoire deutscher Tonheroen: Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert fanden begeisterte Pflege. Schon vor der Gründung des Musikvereins bestand in Klagenfurt eine Gesellschaft von Dilettanten, die Josef Haydns „Schöpfung" knrz nach ihrer Vollendung zur Aufführung brachte. Der schon in den Vierziger-Jahren nach Italien gravitirende musikalische Geschmack machte sich auch in einzelnen Theilen Kärntens bemerkbar; man sang nicht ungern hin und wieder eine wälsche Arie. In der Landeshauptstadt selbst wurden sogar von Dilettanten aus deu vornehmsten Gesellschaftskreisen wiederholt italienische Opern zur Aufführung gebracht, unter anderen ,1>a Ltrunieru- von Bellini nnd „Belisar" von Donizetti. Dem kärutnischen Adel kann die Anerkennung nicht versagt werden, zur Hebung des Musiklebens, wie zur Veredlung des künstlerischen Geschmacks wesentlich beigetragen zn haben. Die Salons der Egger, Porcia, Rainer, Moro und vieler Anderen waren die Sammelstätten hervorragender einheimischer wie fremder Künstler. In diese Zeit des
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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