Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 175 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 175 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8

Bild der Seite - 175 -

Bild der Seite - 175 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8

Text der Seite - 175 -

175 ebensowenig wiedergeben lassen wie beispielsweise der Schlag der Wachtel. Die Kärntner Lieder unterstehen der Alleinherrschaft des Dreiviertel-Taktes, lassen sich in zwei bis drei aus je vier Takten bestehende melodische Phrasen zergliedern und gehören beinahe durch- wegs den Dur-Tonarten an. Der dem Kärntner Lied mitunter angehängte Jodler soll, wie alte musikkundige Karnuten behaupten, nicht bodenständig, sondern aus Westen importirt worden sein. Man wird kaum irregehen, wenn man annimmt, daß die Entstehung der erwähnten eigenartigen Singweise, daß nämlich die melodieführende Stimme unter einer harmonischen liegt, ebenfalls auf die Allgemeinheit der Sangeslust in Kärnten zurückzuführen ist. Die Mädchen wollen auch mitsingen. „Die große Mehrzahl der Kärntner Lieder handelt vom Lieben", schreibt Wölwich, „darf man sich da wundern, wenn singende Burschen ihre „Dirndlan" mit iu die Gesellschaft hineinzogen und gemeinschaftlich mit letzteren sangen? Naturgemäß konnte man aber die Mädchen nicht vorsingen lassen, das hätte sich mit ihrer Verschämtheit nicht vertragen. Also mußte man ihnen eine begleitende Stimme zuweisen. Diese aber mußte wieder naturgemäß höher liegen und aus diesem Grunde konnte der Vorsänger wieder nur ein Bariton sein." Daß die Namen der Autoren der vielen im letzten Halbjahrhundert entstandenen Kärntner Lieder verschwiegen bleiben konnten, wiewohl diese ab und zu bereits durch den Druck vervielfältigt wurden, liegt in der Bescheidenheit des Kärntners, der nicht als Komponist glänzen will, sondern neue Weisen ersinnt, um sie selbst zu singen. Beweis dessen ist, daß fast alle Erfinder von Kärntner Weisen auch als vortreffliche Sänger bekannt waren, beziehungsweise noch sind. Obwohl bereits im Jahre 1828 von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine Sammlung von Volksliedern aus allen österreichischen Kronländern ausgeschrieben wurde, kauu, da über die praktische Verwerthung wenig ins Volk gedrnngen ist, als die erste und werthvollste Kärntner-Lieder-Sammlung die von Baron Edmund Herbert vor circa drei Decenuieu edirte bezeichnet werden. Für eine Singstimme mit Clavierbegleituug eingerichtet, erschien sie in zwei Heften. Franz Decker hat die Sammlung später auf fünf Hefte fortgesetzt. Ferner erschienen Arrangements für Männerchor von Johann Reiner, Metzger, Köstinger, Weinwurm und Anderen.' Die weiteste Verbreitung fanden unstreitig die (1864) von Johann Herbeck für Männerchor harmonisirten drei Weisen: „Dirndle tiaf drnnt' in Thal", „Lippitzbach is ka Thal" und „I thua wohl". Sie haben die Runde durch Deutschland gemacht und werden auch von den deutschen Sängern jenseits des Oceans gerne gesungen. ' A n m e r k u n g der Redac t ion . Der Verfasser dieses Aufsatzes hat eine Anzahl echter Kärntner Lieder gesammelt und zahlreiche Lieder in der Kärntner Volksweise selbst componirt.
zurück zum  Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild