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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 182 -
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182 In den Gewässern des Millstatter Sees spiegeln sich die umfangreichen alternden Gemäuer des Salvatorklosters Millstat t . Gegründet von Aerbo und Poto, Söhnen des Pfalzgrafen Hartwig, Grafen im Nordgan, Salz- und Traungau, und der sächsischen Fr iedrun, im Jahre 1087, wurde es 1122 unter den unmittelbaren Schutz des römischen Stuhles gestellt. Nach einem Brande des alten Münsters soll 1289 Abt Otto einen größeren Neubau begonnen haben; thatsächlich zeigt der jetzige Bau die Formen verschiedener Jahrhunderte und besagt z. B. die Aufschrift am Tympauou des Westportals, daß ein „Abt Heinrich" im Jahre 13 l0 mit Rndger dies Portal gemacht hat. Auch hier findet sich die Vorhalle zwischen zwei Westthürmen, deren Untergeschoße ursprünglich nach außen offen waren. Das Portal, welches von der Vorhalle in die Kirche führt, ist an seinen vier Säulenpaaren, den Rundbogen und Wandabstufungen mit reichem romanischen Ornament versehen. Fratzenhafte Menschenfiguren dienen als Säulenträger und an den gewundenen Säulen des Thürstockes hocken Löwen als Wächter. Das Innere ist einfach und nüchtern, aber weiträumig. Ohne Querschiff schließen die drei Schiffe in gleicher Linie mit den drei Seiten des Achtecks, doch scheinen diese Abschlüsse jüngeren Datums zu sein. Das jetzige Netzgewölbe mit den vielen Wappenschildern stammt vom Jahre 1516. Am meisten zieht uns der Kreuzgang an, einer der wenigen, die aus der frühromanischen Periode erhalten blieben. Er bildet an der Südseite der Kirche ein verschobenes Viereck von circa 32 Meter Länge und 24 33 Meter Breite. Arkadenfenster, durch Zwergsäulen getheilt, mit phantastischen, stets wechselnden Capitälbildnngen spenden dem Kreuzgange spärliches Licht. An dem leider nicht mehr im ursprünglichen Zustand befindlichen Portal, das vom Kreuzgange in die Kirche führt, drängen sich zu beiden Seiten die absonderlichsten Figuren zu den Sockeln und Gewänden des Eingangs. Das Gewölbe des Kreuzganges und einige Malreste stammen aus gothischer Zeit. Ursprüuglich ein Benedictinerkloster, war es seit 1468 der Sitz der Georgsordensritter; seit 1598 bewohnten es die Jesuiten, jetzt dient der Münster als einfache Pfarrkirche. Zwei Hochmeister, Siebenhirter und Geumann, erhielten Grabkapellen, deren erstere den Kreuzgang unterbricht. Vou Interesse sind die zum Theil wohl erhaltenen Befestigungen aus der Zeit der Georgsritter uud ein bedeutsames Freskogemälde an der Stirnseite des Münsters. Romanische P ro fan bauten. Der bedeutendste Überrest romanischer Profan- architektur ist das Schloß Petersberg in Friesach mit seinem mächtigen Donjon. Außerdem finden sich in Friesach selbst, in Klagenfurt, St. Veit uud einigen Bürgen des Landes zerstreute Reste romanischer Bauformen, aus welchen ein Schluß auf früher Bestandenes gezogen werden kann. Die Kirche St . Leonhard im Lavantthal (46 61 Meter lang, 20 06 Meter breit) zeigt eine dreischisfige Anlage mit überhöhtem Mittelschiff, welches mit einem im
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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