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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 238 -
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238 Viehzuchtproducte jährlich mit rund 11 Millionen Gulden beziffert. Zur Ausfuhr gelangen Prodnete im Werthe von 4 bis 5 Millionen Gulden. Die Pferdezucht liefert zweierlei Material: das uorische Lastenpferd und den Gestütschlag. Ersteres in ganz Oberkärnten, dem Gebiete der Tauern, dann der Kor- und Sanalpe einheimisch, unterscheidet sich von dem eigentlichen „Pinzganer" dadurch, daß es „gängiger" ist, eiue Eigenschaft, die es der, wenn auch geringen Einmischung spanischen Blntes, deu Pferdestämmeu Sacromoso und Generale verdankt. In Unterkärnten wird der schwere Gestütschlag gezüchtet uud liefert derselbe sogenannte Carossiers, vorzügliche Dienstpferde für Heer und Wirthschaft, und sind es namentlich diese letztereil, welche, viel- fach nach Italien ausgeführt, daselbst deu Ruf des „Kärntner Pferdes" begründeten. Aufgezüchtet werden im Lande verhältnißmäßig nur wenige Fohlen; die meisten uud besten werden gelegentlich der Michaeli-Herbstmärkte von fremden Händlern angekauft uud außer Landes geführt. Die Rindviehzucht des Landes ist im Besitze zweier Racen. Die eine, das norische oder Lavautthaler Rind, charakterisirt durch lichtes Pigment, weiße bis semmel- gelbe Haarfarbe und große Körperformen, beherrscht das Unterland, wogegen das Möllthaler Vieh in Oberkärnten gezüchtet wird und dermalen bereits nach Mittelkärnten vorgedrungen ist. Ersteres ist zweifellos bereits von den bajuvarischeu Eiuwaudereru nach Kärnten gebracht worden, gleicher Abstammung wie das Frankenvieh und gehört zur weit verbreiteten Familie des „mitteleuropäischen Blondviehes"; die Möllthaler dagegen sind erst in den letzten fünfzig Jahren aus dem einheimischen kleinen Gebirgsschlage von uuausgeprägtem Typus durch Kreuzung mit Pinzganern entstanden. Sie gehören zur Familie des alpinen Fleckviehes und zeichnen sich durch Genügsamkeit, Frühreife und Milchergiebigkeit aus, wogegen das uorische Rind durch seine Körpergröße, Mastfähigkeit und dnrch die ausgezeichnete Qualität des Fleisches hervorragt. Die Schafzucht findet ihre natürlichen Bedingungen in dem wasserarmen Gebiete der Kalkalpen und in den höheren Urgebirgslagen, dort, wo das Rindvieh nicht mehr aufsteige» mag. Hervorragend ist das Seeländer Schaf — ein Abkömmling des Bergamasker Alpenriefenfchafes — durch seine Körpergröße uud Fruchtbarkeit; das Gurkthal züchtet eiu altes deutsches Landschaf, wogegen in den höchsten Lagen, am Fuße des Großglockuer, das kleine, meist scheckige Steinschaf uud in der Gegend von Raibl das dunkelbraune Flitscher Melkschaf weidet. Die großsormigen Schläge finden oft erst nach langen Wanderungen ihre schließliche Verwerthung auf den Schafmärkten zu Paris. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist die Schweinezucht, da sie den größten Theil des heimischen Fleisch- und Fettbedarfes deckt und ihre Erzeugnisse einen Productiouswerth von 4 Millionen Gulden jährlich darstellen. Gezüchtet wird vorwiegend »
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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