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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 244 -
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244 wurde der Bleibergbaubetrieb doch hierdurch bei weitem nicht so geschädigt wie der Gold- bergbau. Im Jahre 1749 begann das Ärar sich an dem Bergbau zu betheiligen und unter der hohen Schutzfrau des Bergwesens, der Kaiserin M a r i a Theresia, kam neues Leben in den Betrieb, — ein Umschwung zum Günstigeren, welcher anch unter den Nachfolgern der großen Kaiserin andauerte. Geradezu epochemachend für die Zukunft des Bleiberger Bergbaues war die Anlage des Kaiser Leopold-Erbstollens im Jahre 1795. Als im Jahre 1868 der ärarische Antheil an die Bleiberger Bergwerksunion verkauft wurde, mußten im Interesse eines ökonomischen Bergbaubetriebes namhafte Bauten ausgeführt werden, welche dem Unternehmen den schweren Kampf gegen das bald eintretende Sinken der Bleipreise ermöglichten. Der Kaiser Leopold-Erbstollen wurde bisher auf eine Länge von 4 9 Kilometer fortgeführt, der Rndolf-Schacht abgeteuft und so auch das östliche Bleierzrevier in der Erbstollensohle aufgeschlossen. Das Alter des Naibler Bleibergbaues ist nicht genau zu bestimmen, wohl aber werden die Bleigruben des Mieß- und Jannthals schon im XII. und XIII. Jahrhundert genannt. Die vieleu Pingen auf der Petzen, die alten Bleischlacken bei Feistritz weisen auf bedeuteudeu Bleibergbau in alter Zeit hin, von welchem auch das nahe Bleiburg seineu Namen hat. Heute ist der bedeutendste und lohnendste Bleibergbau Uuterkärntens in Mies. Auch in der Schäffler- und Grafensteiner Alpe am Obir werden Bleierze gewonnen und aufbereitet, um iu Eiseukappel verhüttet zu werden. Am Singerberg wird der Bleibergbau Wiudisch-Bleiberg betrieben. Wie für das Eisen der Hüttenberger Erzberg, so ist für das Blei der Bleiberger Erzberg der eigentliche Mittelpunkt des kärntnifchen Bleierzvorkommens. Im östlichen Reviere (Bleiberg) ist die Erzanssüllung lagergangartig in Gangspalten, Kreuzklüfteu, und Schichtungsflächen vertheilt uud wechselt in der Mächtigkeit von 0 1 bis 0 5 Meter. Im westlichen Reviere uud Kreuth siud es ganz unregelmäßige Hohlräume, welche nach bestimmten Schichten verlaufen, bisweilen aber auch „überspringen"; sie haben die Form von Wülsten und Gnoden in der Größe von 50 bis 100 Quadratmeter. Die Lager- stätten fallen sehr steil nach Südost ein. Zwischen dem Ost- und Westrevier existirt eine Verwerfungsspalte, hinter welcher die Lagerung um 30 Grad gehoben und gedreht erscheint. Der stollenmäßige Einbau in dem höheren Horizont ist längst in den schachtmäßigen unter der Thalsohle übergegangen und wurde in Kreuth bereits die namhafte Tiefe von nahezu 400 Meter erreicht. Das Gebirge ist sehr „staudhaft" uud macht den Abbau mit geringem Holzverbrauche möglich. Die Förderung und Wasserhaltung besorgen Wassersäulenmaschinen, Wassertouueuaufzüge, Turbinen und fnbsidiär Dampfmotoren. Das geförderte Erz wird durch Handscheidung, Siebsetzen und mittels Maschinen auf eiueu Bleigehalt von 70 Procent angereichert uud daun in den Bleiberger Flammöfen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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