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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kärnten und Krain, Band 8
Seite - 267 -
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267 Schönheit und verdunkelt die hier fast unansehnlich erscheinenden Karavanken. Bei der nächsten Bahnstation — Lengenfeld — halten sich Triglav-Stock und Karavanken bereits die Wage. Als Rivale der Vorhöhen des Triglav tritt der Große Mittagskogel (2.144 Meter) auf, der domförmige Culminationsgipfel der westlichen Karavanken-Kette. Freilich bietet sich dem, der von der Wnrzener Quelle herabkommt, beim Einblick in das Vratathal, in dessen Hintergrunde ganz plötzlich der firngekrönte Gipfel des Triglav erscheint, ein Zielpunkt, dem gegenüber der Große Mittagskogel nicht aufkommt. Mit Recht wird diese Stelle bei Lengenfeld als der schönste Punkt der ganzen Rudolf-Bahn bezeichnet. Bei Aßling treten die Karavanken in ihre Rechte. Dieser Abschnitt des oberen Savethals ist durch seine uralte Betriebsamkeit in der Gewinnung und Verarbeitung des Eisens bemerkenswerth. Schon vor zweihundert Jahren konnte der einheimische Chronist Valvasor berichten, daß in Jauerburg der „Krobatische Stahl" erzeugt werde, „der so gern Türkeublut saufst und seinen Feinden erschrecklich vor der Nasen blinckt". In Jauerburg glüht das Erz im Hochofen, in Aßling hämmern moderne Cyklopen. Durch das Thal des Jeseuica-Bachs, welches von Aßling nordwärts in die Karavanken-Kette hineingreift, geht es an dem idyllischen Ort Heiligen Kreuz in den Alpen (Planina) und an den Stollen eines Eisenbergwerks vorbei auf den Gipfel der Kocna (1.552 Meter). Immer mächtiger entwickelt sich die Karavanken-Kette. Sie nimmt an der Kocna eine südöstliche Richtung an nnd erreicht im Stol (2.239 Meter), der zugleich ihr höchster Gipfel ist, die südlichste Ausbiegung. Der Stol ragt gerade im Norden der Radmannsdorfer Ebene auf. Jauerburg und Karnervellach im Südosten von Aßling liegen noch zwischen den Bergen, unfern zum Eingang des oberen Save-Defile, mit engen Waldthälern zwischen den Vorstaffeln des Karavanken-Hochznges. Die Thalfurche von Karnervellach bezeichnet den Weg, der auf den Gipfel des Stol führt. Die Aussicht ist der vom Triglav-Gipsel fast ebenbürtig. Sie reicht bis zum Großglockner und Dachstein, in das Wirrsal der Tiroler Dolomite, nach den blauen Seenspiegeln des Nordens und Südens und über die schimmernde Laibacher Ebene hinweg bis zum Meer. Einen wichtigen Abschnitt in den Karavanken bezeichnet die Einfenkuug des Loibl Passes (1.370 Meter) im Osten des Stol. Der Loibl-Paß war schon zur Römerzeit ein wichtiger Übergang zwischen Aquileja und Virnnum mit der Zwischenstation Nanportus am Südrande der Laibacher Ebene. Im Mittelalter wenig benützt, gelangte die Loibl- Passage durch die Eröffnung einer Chaussee unter Karl VI. (1728) zu erneuter Bedeutung. Die Paßhöhe war ursprünglich mittels eines kurzen Tunnels, der nachmals einstürzte, durchbrochen. Der jetzige Felseinschnitt ist etwa 130 Meter lang und 3 4 Meter tief. Die beiden noch aufrecht stehenden Pfeiler gehörten ursprünglich zum Portal des Tunnels, welches mit diesem verschwunden ist.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Kärnten und Krain, Band 8
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Kärnten und Krain
Band
8
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.41 x 23.03 cm
Seiten
532
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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