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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 198 -
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198 in grobes inländisches Tuch, ohne Knöpfe und Schnüre, mit Hafteln; die Wohlhabendere» ließen sich aus ähnlichem Stoffe, uud zwar meist von weißlicher Farbe, da die Türke» blau und grün streng verboten, Wamms, Hose und Mantel machen. Die silbernen Schmucksachen und Gerüthe dagegen, zum Beispiel Kopfgürtel der Mädche», Trinkbecher, Spangen und dergleichen betrachteten die Türke» als so gewöhnlichen Hausrath, daß sie sie nicht einmal besteuerten. Nachdem diese Städte so mannigfache Schicksalsschläge mannhaft überdauert, arbeiteten sie unausgesetzt auf ihre Vergrößerung, Bereicherung uud Verschönerung los. Der Bund der „drei Städte" hörte zwar auf, sein Andenken jedoch erhielt sich einerseits zwischen Keeskemet und Nagy-Körös, anderseits zwischen Nagy-Körös uud Czegled, die gleichsam in Wettbewerb miteinander traten. Die Straßen liefen früher so krumm, als hätte man die Häuser genan dorthin gebaut, wo eiust die Zelte der Vorfahren gestanden; von Zeit zu Zeit aber kam eine verheerende Feuersbruust und schuf Raum für Reguliruugeu, so daß von einer alten Stadt heute kaum mehr etwas übrig ist. Nach uud nach wurden auch die Moräste, die sich an die alten Stadtkerne legten, ausgetrocknet uud machten Platz für Vorstädte, wie sie jetzt zwischen der inneren Stadt und den Weingärten sich hinstrecken. Auch die schöneren, geschmackvolleren Gebäude begannen sich zu vermehren; doch wurden mit Ausnahme der Kirchen erst in unserem Jahrhundert einige größere, schönere Bauten aufgeführt. Ja selbst die zweithürmige reformirte Kirche von Czegled, im Renaissancestil gehalten, rührt nur aus der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts, wogegen die Kirche zu Nagy-Körös ein ehrwürdiges Denkmal früherer Zeiten ist, allerdings nach vielfacher Beschädigung durch Ungunst der Zeitläufte, insbesondere anch durch wiederholte Feuersbrünste, jetzt dermaßen erneuert, daß vom alten Bau nur noch eine große Mauer und drei Bogen des Schiffes vorhanden und auch die Schwibbogen durch schlanke eiserne Säulen ersetzt sind. Diese große Kirche steht in ihrer puritanischen Einfachheit noch heute als ein Denkmal aus der Türkenzeit vor uns. Die Decke ist nicht gewölbt, sondern wnrde bei der schleunigen Herstellung nach dem letzten Brande nur mit Stnecatur überzogen. Auch so aber ist die Kirche charakteristischer, als irgend eine im Alsöld (denn die übrigen haben noch größere Umwandlungen erfahren); darum führen wir sie auch im Bilde vor, gerade während eines Gottesdienstes. Bedeutender als diese beiden ist die große Kirche zu Keeskemet, deren schlanker Thurm weithin ins Land schaut. Sie ist die größte unter den Kirchen der „drei Städte", freilich auch nicht mehr alt und dermaßen umgestaltet, daß es schwer hielte, ihren ursprünglichen Stil und dessen gelegentliche Wandlungen festzustellen. Der Pnritanismus des reformirte« Bekenutuiffes hat ihr seinen Stempel auf- geprägt. Mehr Interesse in kunstgeschichtlicher Hinsicht bietet die Kirche der Franciscaner, au die man später die St. Antonskirche angebant hat, jedoch so, daß der Kunstkenner
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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