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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 332 -
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332 gemischten Hügel, der eine Kirche oder ein Schloß gewesen sein mag. Bon vielen Dörfern ist nicht einmal so viel übrig geblieben; der bloße Name ist Alles, wie in alten Schriften sich verzeichnet findet. Darnm gibt es auch in diesem weiten Bezirke Alles in Allem nur zwanzig Städte und Dörfer. Und doch mußten der gnte Boden, die aus- gedehnten Weideplätze, der einst reiche Wildbestaud und der vor der Theißregnlirnng vorhandene ungeheure Fischreichthum von den ältesten Zeiten an eine mächtige Anziehungs- kraft für die Bevölkerung gehabt haben. Es beweisen dies die Funde aus den zahlreichen Ansiedlnngen der jüngeren Steinzeit, sowie die Reste der Bronzeperiode. Auch Münzen der Römerzeit finden sich mitunter, ein Beweis, daß die Gegend auch dazumal bewohnt war und die angesessenen Barbaren in Handelsbeziehungen zu den benachbarten Provinzen standen. Sehr dicht und wohlhabend mag die Bevölkerung in der Ärpädenzeit gewesen sein, denn Münzen aus dieser Zeit, nicht selten sogar Goldmünzen, werden dnrch den Pflug noch jetzt oft und an sehr vielen Stellen an den Tag gefördert. Die interessantesten unter den erhaltenen historischen Denkmälern sind die Erdhügel (siehe oben), deren Zahl sich auf mehr als zweihundert beläuft. Ihr Ursprung verliert sich im Dunkel der Urzeit. Wissenschaftlich untersucht sind sie nvch nicht, unzweifelhaft scheint nur, daß sie gleich den sogenannten „Csörszgräben" (von denen schon die Rede war) Bauten irgend eines unbekannten Urvolkes sind, welche dann auch vou späteren Eroberern als Bestattungsort und zu religiösen oder militärischen Zwecken benützt wurden. Jetzt aber sind ihre luftigen, mit wilden Blumen bedeckten Kuppen sehr geeignet, dem Sohn einer späteren Zeit als Standplatz zu dieueu, vou dem aus er über die majestätische endlose Ebene Hinblicken kann und sich verträumen in längstvergangenen Zeiten und eiuer fernen Zukunft .. . Sie liegen sämmtlich am Wasser, obgleich am Fuße von vielen nur noch eine fodahaltige trockene Vertiefung zeigt, daß anch da einst Wasser gestanden oder geflossen. In der Regel haben sie eine schöne Kegelform bei 6 bis 7 Meter Höhe, an der Basis einen Durchmesser vou 40 bis 60 Meter und 7.000 bis 11.000 Cubikmeter Erdinhalt. Die „Lapouyags" sind weit niedriger und in ihrem Innern hat man in mehreren Fällen einen aus Lehm fest gestampften Herd und anf diesem verbrannte Knochen, Asche, Bruchstücke vou groben Gefäßen und barbarische Schmucksachen gefunden. Selbst aus der Epoche der Hajducken sind nicht viele historische Denkmäler erhalten. Ihre aus Erde und Holz errichteten Befestiguugeu sind vernichtet, die mit Schießscharten versehenen Ziegelmanern und Ringwälle, mit denen sie ihre Kirchen umgaben, sind in neuerer Zeit meist gleichfalls zerstört worden, in den Archiven der Städte jedoch werden einige interessante Denkmäler aufbewahrt: die Bocskay'scheu Schenkungsbriefe, andere Privilegienurkunden, die schmuckreichen Zuschriften der türkischen Paschas und die alten, in schönem Ungarisch abgefaßten Protokolle, welche kurz nach der Anfiedlung der Hajdncken
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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