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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 337 -
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337 wierigen Unterhandlungen, mnrrend und unmuthig zwar, theils in ihre Sitze znrückzogen, theils Sold nahmen, während einzelne ihrer Abtheilungen fortfuhren, bewaffnet umher- zuschweifen. Die Hajduckeu behielten, anch nachdem sie seßhaft geworden, ihre militärische Organisation, so daß der „Kapitän" das Haupt sogar der Civilverwaltuug war. Im Frieden schlössen sie sich keinem Herrscher fest uud dauernd an, im Kriege aber standen sie meistens unter den Fahnen der Fürsten von Siebenbürgen. So bei der Wahl Gabriel Bäthorys, wo sie die Furchtbarkeit ihrer Macht besonders bewiesen und es offenbar wurde, daß ohne ihre Hilfe überhaupt keiu siebeubürgischer Fürst auf dauernde Herrschaft rechnen könne. Nach Homonnays Tode standen sie nämlich zu Bäthory, der ihnen unter Anderem gelobte, „die wahre calvinistische Religion aufrecht zu erhalten". Als sie aber ihre Erwartung nicht erfüllt sahen, wurden sie wieder aufrührerisch, bis sie, durch neue Versprechungen gewonnen, abermals ins Lager gingen und in kurzer Zeit einen großen Theil Siebenbürgens, das von dem tyrannischen Fürsten abgefallen war, wieder seiner Macht unterwarfen. In der neuerlichen Homonnay'schen Bewegung trennten sich die Hajducken und kämpften theils für Homonnay, theils für Gabriel Bethlen. Ähnlich thaten sie später in der gegen Georg Räköczy gerichteten Empörung, bis sie zuletzt doch ganz auf Rüköezys Seite traten, dem sie in dem kritischen Jahre 1636 nnter ihrem tapferen Hauptmann Jakob Györy durch ihren tollkühnen Angriff auf die furchtbar überlegene türkische Macht den Thron retteten. Sie hielten auch zu ihm in seinen Kämpfen 1644 bis 1645, und die Errungenschaften des Linzer Friedens beförderten nicht wenig die Festigung ihrer privilegirten Stellung. An Georg Räköczy II. hielten sie mit zäher Ausdauer fest und blieben ihm unerschütterlich treu, obgleich besonders die Türken Alles aufboten, um sie für die Partei des Gegeufürsteu Baresay zu gewinnen. Auch hatten sie für ihre Staud- hastigkeit zu leiden, denn der Pascha von Temesvär überfiel auf Befehl des Großveziers ihre wehrlosen Ansiedlnngen uud ließ dieselben unbarmherzig zerstören. Eine wichtige Rolle spielten sie ferner in den Empörungen Tökölys uud Franz Räköczys, wo sie den Kern und die Kraft des Kurutzeuthums bildeten. Bei der Belagerung Ofens 1686 kämpften starke Hajduckenschareu mit außerordentlicher Tapferkeit und thaten sich bei den mörderischen Stürmen durch unerschütterlichen Muth hervor. Auch waren sie die Ersten, die unter furchtbarem Blutvergießen in die Hauptstraße der Festuug eindrangen uud dadurch den Muth der bereits weichenden Deutschen neu belebten. Ihre nächsten hervorragenden Verdienste erwarben sie sich bei der Befreiung der magyarischen Theißgegend vom Türkenjoch und auch die Cousolidiruug der Macht Leopolds wurde am günstigsten dadurch beeinflußt, daß sie zum größten Theil, sammt den Kurutzen, seine Partei ergriffen. Ungarn II. 22
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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