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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 380 -
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380 Wasserspiuueu lauernd, durch die Luft uiederfahreiid, auf dem Wasser schrittschuhlaufeud uud das ganze Röhricht umspiuueud an der Ausrottung der Fliegen- nnd Mückenarten arbeiten, wovon man freilich des Abends wenig merkt. Außer mit Rohr- und Biuseu- dickichteu ist das Moor noch bedeckt mit einem Gewirr nnd Geranke der verschieden- artigsten Wasserpflanzen, wie die Lichtnelke (I^ekms) des Sumpfes, das Farnkraut, die Teichnuß, die Nymphäen („Wasserkürbis") und andere Sumpfgewächse mit strotzenden, theils auf, theils unter dem Wasser grünenden Blättern. Doch auch für den Menschen sorgt das Moor. Kaum meldet sich der Frühling, da wächst auch schon unter dem Wasser in langeu Halmen das sogenannte „plätschernde Gras", das der Bauer an den Rändern des Sumpfes, bis an die Knie oder an den Gürtel im Wasser stehend, abmäht und, wenn es dann an die Oberfläche des Wassers steigt, wie frisches Grummet in seinen Kahn sammelt und heimträgt. Dies ist das erste Heu des Moores, das erste, dem Vieh willkommene frische Frühjahrsfutter. Weuu aber dann gegen den Sommer hin das Snmpfgewüfser zu fallen beginnt, da wird das Hornvieh hiueiugetriebeu. Vom Morgen bis zum Abeud ist die Rinderherde draußen auf dem Moore, bricht sich seine Wegspur durch das Rohr, stampft sich Pfade durch das Schilf, weidet das Moorgras und die jnugeu Triebe ab, hilft dem Menschen zu rodeu und in das Innere des Moores einzudringen. Immer mehr sinkt das Wasser; nur der Fischer, der Gruudelfischer vorau, bedarf des Kahnes; der reiche Humusboden des Sumpflandes ist nun zugänglicher geworden, der Menschenfleiß legt seine Hand darauf, und auf den höheren Bodenwellen lohnt sich die Arbeit zu Ende des Sommers durch so üppige Maistafeln, wie sie nur irgend auf den fruchtbarsten Flächen des Alföld vorkommen. Auch die tiefer gelegenen Theile sind trockenen Fußes, wiewohl mit einiger Mühe zu überschreiten, indem man von einer torfigen Scholle auf die andere steigt. Der- artige Wiesen sind mit blauem Vergißmeinnicht wie mit einem Riesenteppich bedeckt. In den letzten Jahren war das Ecseder Moor im Allgemeinen, mit Ausnahme der Rohrsümpfe und einiger durchfeuchteten Senken, zu Ende des Sommers so ziemlich trockenen Fußes zu passiren, die schwappenden Sumpfwiesen setzen sich, das überwuchernde Thierleben des Frühjahres uud Herbstes nimmt ab und der üppige Ertrag der dicken Humusschichte verkündet bereits eine nicht allzu ferne Zukunft, in der das Ecseder Moor mit seiner Umgebung zu den reichsten Getreidegegenden des Landes gehören wird. Zu erwähnen ist noch, daß das Ecseder Moor außer durch Wasser, auch durch ein zweites Urelement, das Feuer, geuährt und regnlirt wird. Im Spätherbst und Winter, wenn die Rohrernte stattfindet, und auch im Vorfrühling sieht man in dunklen Nächten da und dort im Moore die Flamme der brennenden Rohrdickichte weithin leuchten. Das von Unkraut durchsetzte oder schon gemähte Rohr wird angezündet, um im Frühjahr besser
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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