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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 394 -
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394 in Krippeninstituten, Kinderbewahranstalten und Waisenhäusern, die greisen oder ver- armten Bürger aber in Versorgungshäusern. Auch eine städtische Wasserleitung ist im Entstehen begriffen; zur Deckung ihrer Kosten hat der griechisch-katholische Bischof Michael Pavel allein 10.000 Gulden beigesteuert. Eine Ackerbaustadt konnte Groß-Wardein wegen der geringen Ausdehnung seines Gebietes nicht werden, nur sein Weinbau wurde recht bedeutend; dadurch aber war es geradezu auf Handel und Gewerbe angewiesen. Und auf diesen Gebieten erzielt es glänzende Erfolge, besonders seitdem es durch Banken, Sparkassen und Kreditinstitute unterstützt wird und durch Eisenbahnen, Post- und Telegraphenlinien nach sechs Richtungen mit der Welt verbunden ist. Seitdem hat es Dampfmühlen, Druckereien, ein Schlachthaus, Lagerhäuser und verschiedenartige Fabriken (für Spiritus, Ziegel, Soda- wasser u. s. w.) erhalten. Der Verkehr hebt sich zusehends und für die Aufnahme der Fremden werden neue bequeme, ja glänzende Gasthöfe gebaut. Auch die Bevölkerung der Stadt ist in stetigem Wachsthum begriffen. Statt der 216 Bürger des vorigen Jahrhunderts, zählt sie heute über 32.000 uud wenig fehlt, so wird sie die Domkirche, von der sie einst durch einen öden Platz von viertelstündiger Ausdehnung getrennt war, mit ihren Häuserzeilen umspannt haben. Dieser leere Raum ist seither zum Schlauch-Platz geworden, so benannt nach dem dermaligen Bischof der Stadt, der ihn zu Gunsten der städtischen Einwohner in einen schönen und angenehmen Park verwandelt hat. Am Domkapitel haben sich die sogenannten literarischen Pfründen (swllum literariuin) gebildet, um solche Geistliche, welche sich durch besondere wissenschaftliche Thätigkeit ausgezeichnet haben, als Domherren zu dotireu. So wurden zu Mitgliedern des Domkapitels Männer wie Pray, Schönvizner, Ücskay, Szaniszlö, Fogarafy, Georg Fejer, Hovänyi, Szilasy, Nogall, Römer, Fraknoi und so viele Andere, welche in Varad gleichsam den Gelehrtenkreis des Bischofs Vitöz wieder aufleben machten. Wie regsam sich das literarische und wissenschaftliche Leben daselbst gestaltet, geht schon daraus hervor, daß die Stadt fünf Zeitungen besitzt und nach statistischen Ausweisen eine jener Provinzstädte ist, in denen die meisten Bücher gekauft werden. Auch die bildende Kunst, welche außer dem Sarkophag im Rhedey-Park und einigen Ölgemälden im Comitatshanse oder bischöflichen Palast oder etlichen besseren Altarbildern der Domkirche kaum etwas auszuweisen hatte, dringt jetzt mit ihren edlen Erzeugnissen bis in die Heimstätten der Bürgerfamilien ein und hat die Stadt neuerdings mit Kunstschützen bereichert, wie die Sammlung Jpolyi, welche an romanischen, gothischen und Renaissance- Gegenständen, an Werken der einheimischen Malerei und besonders an seltenen Gobelins und orientalischen Teppichen einen wirklichen Schatz besitzt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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