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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (2), Band 9
Seite - 613 -
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613 Kanals befinden. Das eine Haus ist nenestens in eine Reisschälfabrik umgestaltet worden, welche das Reiserträgniß des Comitats verarbeitet. Weiter nach Osten liegen am Kanalufer, in Zwischenräumen von kaum eiuer Stunde: Ö- und Uj-Szivacz, Cservenka, Küla, Uj- und Ö-Verbäsz, wohlhabende Gemeinden mit je 7.000 bis 8.000 Einwohnern. Auf der Telecska werden auch Rebeu gebaut, besonders bei Cservenka, dessen in den Lehm des Abhanges getriebene Keller in langer Reihe weithin sichtbar sind. Auch die Ortschaft ist hübsch, sie hat regelmäßige, mit Bäumen bepflanzte Gassen. Sie ist eine der wichtigsten Ladeplätze für Getreide längs des Kanals und hat einen Vertrieb von über 100.000 Metercentneru jährlich. Früher wurde auch Öl gepreßt, aber von zwanzig Ölmühlen sind nur noch drei vorhanden. Von den gewerblichen Erzeugnissen sind die Reutern erwähnenswerth. Küla hat bedeutende Pferde- märkte. Es ist Sitz eiues Notärs, Bezirksgerichts, Stuhlrichteramtes und Steneramtes, was ihm auch äußerlich eine» mehr herrenmäßigen Anstrich gibt. Das große ärarische Gebäude in seiner Mitte war ehemals eine berühmte Brauerei, wird aber jetzt als laud- wirthschastliches Magazin benützt. Kaum eine halbe Stunde weiter liegt die (administrativ getrennte) Doppelgemeinde Verbäsz. Uj-Verbäsz ist der bedeutendere Ort, ja einer der schönsten und reichsten im Eomitate. Die Bndapest-Semliner Eisenbahn übersetzt dort den Franzens-Kanal. Die Einwohner bauen Getreide uud treibe» dabei lebhafte» Schweine- u»d Holzhandel; nnter seinen Gewerbsleuteu siud die Seiler besonders hervorzuheben. Die Gemeinde besitzt zwei Lesevereine, ein Waisenhaus und ein Patronats-Untergymnasium. Dem Bahnhöfe gegenüber hat die Kanalgesellschaft wieder eine Anlage, und bei der Schleuse eine Turbiueumühle, welche täglich 400 Metercentner vermahlt. Auf dem unmuthigen Hügelabhange steht das alte Haus von Josef Kiss, dem Erbauer des Kanals und daneben sein Grabhügel. Abwärts am Kanale liegt Szent-Tamäs niit 12.000 Einwohnern nnd einer großen serbischen Kirche. Auf dem ausgezeichneten schwarzen Boden der Gemeinde wächst massenhaftes Getreide. Ans dem Kanale werden jährlich etwa 100 Schisse mit verschiedenen Prvdneten befrachtet. Auch die Pferdemärkte sind wichtig. In den Kämpfe» von 1848 bis 1849 befand sich hier das verschanzte Hauptlager der Serbe», desse» fruchtlose Bestürmung vielen Houveds das Lebeu kostete, bis endlich Moritz Perezel es am 3. April 1849 nahm. Von Szent-Tamäs bis hinaus an die Grenze des Comitats hat das llserland der Theiß, Anfangs mit 14, später mit 10 Gemeinden, bei der Auflassung der Militärgrenze eine besondere Organisation als privilegirter Theißdistriet uud, nachdem es 1791 gegen die Schönborn'sche Herrschaft Muukäcs eingetauscht worden, als Krondistrict der Theiß erhalten. Politisch nuterstaud dieser der Comitatsbehörde, hatte aber im Übrigen freigewählte Administrativnschefs, einen besonderen Gerichtshof, das jus Aluäii und andere
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (2), Band 9
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (2)
Band
9
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.56 x 21.98 cm
Seiten
682
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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