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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 302 -
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302 und Chiapovano (Üepovan) des Bezirkes Görz werden, hauptsächlich zur Winterszeit, Eisennägel, Messer und ordinäre Holzwaaren, in Prebacina Korbflechtereien angefertigt. Anfänge einer Spitzenklöppelei als Hausindustrie finden sich in Dol, Otelca, Chiapovano und Soca. Guten Loden für den Hausgebrauch webt man in verschiedenen Dörfern des Karstes; auch Holzschuhe werden hier und da angefertigt. Gewerbsmäßig wird zu Görz und Cormons die Tischlerei betrieben, deren Erzeugnisse ins Ausland gehen und dort guten Ruf genießen. Bemerkenswerth ist noch die Herstellung von Peitschenstöcken aus dem zähen Holze des Zürgelbaumes (Lsltis auswalis I..), welche bis Böhmen, Ungarn und Rußland gehen. Den Sommer über wandern viele unserer Frianler als Maurer in die Fremde. Die Mischer bestellen im Sommer ihre Felder, ziehen aber in den übrigen Jahreszeiten als Hansirer mit Tuch, Galauteriewaareu und dergleichen mehr herum. Das ganze Jahr hindurch übt Trieft seine Anziehungskraft auf die benachbarten Landgemeinden ans, deren Bewohner dort als Fuhrleute, Steinmetze, Pflasterer, Maurer, auch als Lastträger und Handwerker lohnende Beschäftigung finden. Die herrlichen Gärten von Görz geben Zeugniß von dessen mildem Winter, welcher viele Fremde veranlaßt, während der kälteren Jahreszeit hier Aufenthalt zu nehmen. Im Seebad zu Grado finden alljährlich viele fkrophnlöse Kinder, welche weither, auch aus der Reichshauptstadt kommen, Stärkung uud Genesung. Viel besucht ist die heilsame Schwefel- therme von Moufaleone. Der Handel dient zumeist dem Localbedarf oder vermittelt die Ausfuhr der Landes- producte. Die hauptsächlichen Absatzgebiete der Jndnstrieerzengnisse des Landes wurden schon erwähnt. Seidencocons und Hornvieh werden auf den Märkten zumeist für Italien angekauft, Obst, Frühgemüse und conservirte Fische nach dem Norden, Dörrobst bis nach Amerika, Wein nach Krain, Trieft und Venetien, Snmach nach Trieft versendet. Die Nähe der Reichsgrenze begünstigt in der Stadt Görz den Speditionshandel, während der Groß- handel von dem nahen Trieft an sich gezogen wird. Als Hauptverkehrsader, besonders für den Durchzug, dient die Südbahn, welche das Land in einer Strecke von 53 Kilometern durchläuft. Das Straßennetz entspricht dem Bedürfniß, die Flußschiffahrt ist unbedeutend. Die Meeresküste, welche in einer Länge von mehr als 38 Kilometer entwickelt ist, leidet Mangel an guten Häfen. Die vorhandenen dienen dem Verkehr der Küstenfahrer und der Fischerboote. Derselbe nimmt seine Richtung zumeist nach Trieft, wohin frische Fische und Bausand, und nach Jstrien, wohin aus den« Hafen vou Cerviguauo Mehl gebracht wird, welches auf den dortigen Mühlen erzeugt ist; eingeführt wird zur See Salz aus Jstrien.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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