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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 306 -
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306 begegnete, zuinal es den Habsburgern an einer eigenen Seemacht gebrach. Auch die osmanischen Verhältnisse hemmten die Actionsfreiheit der im Osten und Südosten so vielfach bedrohten Monarchie. Eine freie Bahn für die Entwicklung von Seewesen und Schiffahrt in der Adria wurde erst geschaffen, als am Ausgang des XVII. Jahrhunderts das Osmanenthnm überall zurückgeworfen worden war. Nun wurde die Pforte durch feste Verträge gebuudeu nnd für die handelspolitischen Beziehungen zur Levante eine sichere Grnndlage geschaffen. Von jener Zeit rührt auch die planmäßige Pflege des Seeverkehrs her: höhere Gesichts- punkte kamen zur Geltung und die Erkenntniß drang durch, daß die Freiheit der Adria durchgesetzt werden müsse. Sicherlich hat den frischen Geist, der sich nunmehr geltend machte, nicht wenig der Umstand wachgeruseu, daß Kaiser Karl VI. vor dem Tode seines Bruders Josef I. in Spanien geherrscht und in diesem Lande die Wichtigkeit des See- wesens in ihrer ganzen Tragweite kennen gelernt hatte. Blieb auch Spanien selbst deni Hause Österreich nicht erhalten, so behielt letzteres doch einen Theil der spanischen Erbschaft in Italien nnd den Niederlanden und wnrde dadurch dem Strome des großen Weltverkehrs noch näher gerückt. Karl VI. ging entschieden mit der Absicht um, den heimischen Seehandel zn entwickeln. Zu diesem Ende führte er zwei höchst wichtige Maßregeln durch. Zunächst erklärte er durch das Patent vom 2. Juni 1717, daß er jede den Schiffen seiner Unter- thanen zugefügte Belästigung so ahnden werde, als ob sie einer seiner Provinzen selbst widerfahren wäre; ferner erhob er durch das Patent vom 18. März 1719 Trieft zum Freihafen, da dessen Lage den weitausblickenden kaiserlichen Plänen günstig erschien. Dort war ja eine gute Verbindung mit dem Hinterlande möglich, anch waren in der Stadt die Grundlagen cvmmerciellen und maritimen Lebens bereits vorhanden. Karl VI. sorgte aber auch durch eiue Reihe anderer Einrichtungen für die weitere Entwicklung jener grund- legenden Maßregel: so durch Anlage von Straßen, durch Vorschriften über Zollwesen nnd Waarenmagazine, durch Gesetze über das Gerichtsverfahren in Handelssachen, durch Ordnung des Hafendienstes und des im Znsammenhang damit stehenden Seesanitäts- wesens. Er ließ in Trieft anch ein Seelazareth erbauen, welches nach ihm benannt wnrde nnd noch hente, wenn anch anderen Zwecken dienend, besteht. Er suchte ferner fremde Kanflente heranzuziehen, nm deren Erfahrung und Capitalskrast dem heimischen Handel nutzbar zu machen. Die „Orientalische Compagnie", welche er nach dem Vorbilde ähnlicher glänzend entfalteter Institutionen Englands und Hollands (1719) gründete, sollte den Handel, namentlich mit dem Osten, im großen Stil treiben und nach allen Seiten Impulse gebe». Die Compagnie, die anfangs einen großen Anlauf nahm und der eine bedeutende Zukunft befchiedeu schien, hatte bald mit Schwierigkeiten aller Art zn kämpsen, zum Theil weil man dieser Schöpfung nicht das richtige Verständniß, vielfach sogar Neid und Übel-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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