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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 318 -
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318 Wer die Entwicklung unseres Seewesens aufmerksam verfolgt und den Zustand desselben mit jenen vergangener Epochen vergleicht, sieht allwärts die Wahrzeichen eines sorgfältigeren nud planvollen Wirkens. Durch die zweckmäßige Organisation der See- verwaltung, durch die Aufmerksamkeit, welche mau der Verbesserung der Häfen zuwendete, hat der Verkehr an Sicherheit uud Lebhaftigkeit gewouueu. Vou der Thätigkeit auf dem Gebiete des Hafeubauweseus, zumal von jener während der letzten dreißig Jahre gibt die ganze Küste Zeugniß. Wir möchten hier nur des wichtigsten Werkes, uämlich des Hafenbaues in Trieft gedenken. Der Triester Hafen zeigte sich trotz mancher im Laufe unsers Jahrhunderts getroffener Vorkehrungen nmfoweniger den steigendeu Verkehrsbedürfnissen entsprechend, als es an der direkten Verbindung zwischen Schiff und Eisenbahn fehlte. Die schon lange in Aussicht genommene Aufhebung des Triester Freihafens machte als vorbereitende Maßregel überdies die Schaffung neuer Hafenanlagen nöthig, welche für das künftige Freigebiet benützt werden konnten. Auf Gruud vielfacher und eingehender Studien wurde die Anlage des neuen Hafens an jener Stelle beschlossen, wo sich bis dahin das Theresieu- Lazareth befunden hatte, also nördlich der bestehenden Hafenanlagen in der Richtung gegen Barcola. Bei dem Projeet hatte man einen zweifachen Zweck vor Augen: die Herstellung einer größeren Anzahl von geschützten Lagerplätzen und die Gewinnung vou Terrainflächen, auf denen die für die Lagerung nud Manipulation der Güter erforderlichen Baulichkeiten untergebracht werden konnten. Es mangelte nämlich an Terrain, da gerade am Nordende des alten Hafens die Berglehne, an welcher die Eisenbahn emporsteigt, sich nahe dem Ufer erhebt. Man mußte das Terrain erst dem Meere abgewinnen, und dies hatte zur Folge, daß der eigentliche Hafen seewärts vorgeschoben wurde. Dieser Hafen begreift drei große Moli in sich, welche zwei Hauptbassins bilden, ferner ein drittes kleineres, uahezu geschlossenes, welches im ursprünglichen Projeet nicht vorgeseheu war, sondern erst während des Baues aus dem Gründe in Angriff geuvmmeu wurde, weil die starke Petroleum- eiufnhr aus Amerika über Trieft es unumgänglich nothwendig machte, für Schiffe mit einer so außerordentlich feuergefährlichen Ladung einen völlig abgesonderten Raum zu schaffen. Ein mächtiger Schutzdamm in der Länge von 1.090 Meter deckt die ganze Anlage gegen die der Triester Rhede besonders gefährlichen Winde aus West und Südost. Der Ban wurde 1867 begonnen und 1881 vollendet. Die Ausführung geschah auf Staats- kosten mit einem Aufwand von 13'/? Millionen Gulden durch die Südbahugesellschast, welcher die Bauarbeiteu übertragen worden waren. Durch den Bau wurde eine fast durchwegs dem Meere abgeruugeue Gefammtfläche von 29 Hektar gewonnen, welche man für commereielle Aulagen verwerthen konnte. Die Moli haben eine Breite von 80, der eine sogar von 93 Meter bei einer Länge von
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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