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Dampferfahrt in einer recht erfreulichen Weise entwickelt. Gerade diese lvcalen Dampfer
haben wieder deutlich die Richtigkeit des Satzes dargethan, daß vorhandene Transport-
mittel den Verkehr wachrufen. Es gehörten Ende 1890 dieser Kategorie 47 Dampfer mit
2.800 Tonnen Gehalt an, welche eine Anzahl regelmäßiger Linien unterhalten. Diese
Dampfer sind theils das Eigenthum einzelner Rheder, theils kleinerer Gesellschaften.
Im Ganzen zählte Ende Jannar 1890 die Dampfermarine 135 Schiffe mit
87.474 Tonnen und 24.317 Pferdekräften. Die Segelschiffahrt weist im selben Zeitpunkt
109 Schiffe weiter Fahrt mit 62.453 Tonnen, 45 Schiffe der großen Küstenfahrt mit
5.636 Tonnen und 1.459 der kleinen Küstensahrt mit 20.479 Tonnen auf, also im Gauzeu
1.620 Schiffe mit 88.568 Tonnen. Daran reihen sich die zahlreichen kleinen Boote, welche
als Jollen nnd Lichter in den Häfen Verwendung finden, die Boote für landwirtschaftliche
nnd sonstige locale Zwecke, welche aber schon darum für die Schiffahrt Bedeutung haben,
weil einerseits auf ihnen der maritime Verkehr in seinen letzten Fäden verläuft und die
Seeleute auf denselben nicht selten die erste Bekanntschaft mit dem Element ihres künftigen
Berufes machen. Im Ganzen sind aus deu Fahrzeuge» der verschiedenen Kategorien etwa
27.000 Mann bedienstet, wobei noch zu beachten ist, daß eine sehr bedeutende Anzahl
unserer Seeleute unter fremder Flagge Verdienst findet, weil sie wegen ihrer fachmännischen
Tüchtigkeit und Verläßlichkeit sich eines besonders günstigen Rufes erfreue«.
Wenig entwickelt ist das Nachtwesen an unserer Küste, da es namentlich in den
wohlhabenden Kreisen des Inlandes an dem regen Interesse sür die See und ihre Reize
mangelt und erst in allerjüngster Zeit sich eine etwas regere Theilnahme zeigt. Und doch
ist dieser Reiz ein überaus großer für Jeden, der nur einmal verständnißvoll die See, die
Mannigfaltigkeit und Majestät ihres Weseus keimen gelernt und an sich selbst erlebt hat,
wie auf derselben der Blick weiter, der Sinn freier wird. Auf der See erringt der Mensch
Stärke uud Muth, und wer einmal die See verstehen gelernt, den zieht es immer wieder
hinaus ans ihre Wellen, ob sie in Hellem Sonnenschein sich spiegeln oder in gewaltiger
Bewegung sturmgepeitscht sich aufthürmen. So fesselt auch die See jeue, welche ihrem
Dienst sich widmen, trotz Mühen nnd Gefahren und die Geschlechter, welche an ihren
Gestaden emporwuchsen, wissen von .Kindheit an, daß in dem salzigen Element die Quelle
ihrer Wohlfahrt liegt. Es zieht sie dahin mit unwiderstehlicher Gewalt.
Handel, Gewerbe und !5>chissban in Trieft.
Das heutige Trieft verdient den Namen einer Handelsstadt im eminentesten Sinn
des Wortes, denn ohne seiner intelligenten nnd dem Schönen nnd Guten auf allen Gebieten
menschlichen Fortschrittes huldigenden Bevölkerung im geringsten nahe treten zu wollen,
kann wohl behauptet werde», daß der Handel die wichtigste Triebkraft des Triester Lebens
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Das Küstenland, Band 10
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Das Küstenland
- Band
- 10
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1891
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.63 x 22.44 cm
- Seiten
- 390
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch