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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 337 -
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337 Die Fischereiverhältnisse im Rüstenland. Von dem höhleureichen Karstgebirge, welches die Bucht von Trieft umrahmt, bis weit iu den Süden zu den buchtenreichen Gestaden Dalmatieus bietet die Adria eine lange, für die Zwecke der Fischerei günstige Küsteuausdehuung. In Jstrieu sind namentlich die Buchten von Muggia, Sicciole bei Pirauo uud der Kanal di Leme geschützte, für die Ausübung der Fischerei günstige Örtlichkeiten. Man sollte daher glauben, daß an einer solchen Küste sich eine zahlreiche Fischerbevölkerung und ein wohl entwickeltes Fischerei- wesen vorfinde. Es ist dies aber uicht der Fall, wir treffen vielmehr nur einzelne Sitze einer lebhafteren Küstenfischerei, wie z. B. Jsola, Pirano und Rovigno. Diese Erscheinung, die sich auch au den Küsten anderer Meere wiederholt, hängt weniger von der Örtlichkeit, als vou den allgemeinen Erwerbsverhältnissen ab. Wo Mangel an Erwerbsgelegenheit ist, dort werfen sich die Küstenbewohner ans die Fischerei. Das auffallendste Beispiel dieser Art ist die veuetianische Fischerstadt Chioggia, die an der viel ungünstigeren, wenig geschützten Ostküste Italiens gelegen, sich nichtsdestoweniger zum ersten Fischereiemporinm der Adria aufgeschwungen hat. Daß unsere Küstenbewohner bei der Strandfischerei geblieben sind, hat seinen Grund in den vielen geschützten Buchten, woselbst ohne größere gedeckte Fahrzeuge gewisse Zweige der Fischerei ausgeübt werden können. Auch zog der für die Landwirthschaft günstige Boden der Küsten von der Fischerei ab. Die Seefischerei bleibt stets ein unsicheres und mühevolles Gewerbe, da günstige, ausgiebige Fischzüge von zufälligen Umständen abhängeil. Die Mehrzahl der Küstenbewohner hat es daher vorgezogen, sich der Land- wirthschaft, dem Wein- uud insbesondere dem Ölbau zu widmen, die Fischerei dagegen nur als Nebenerwerb zu betreiben. Es wird in manchen Publicationen über Seefischerei geklagt, daß dieselbe au unseren Küsten darniederliege und der Bevölkerung geringen Gewinn einbringe. Zugleich wird auf das großartige Fischereiwesen anderer Nationen, namentlich der Nordamerikaner, Holländer und Franzosen hingewiesen, sowie ans die großen Summen, welche diese Staaten znr Hebung und Vervollkommnung desselben verwenden. Ein solcher Vergleich ist indeß nicht zutreffend. Es ist zu beachten, daß die weiten Flächen des atlantischen Oceans und der Nordsee von gewaltigen Mengen gesellig lebender Wanderfische, von Schellfischen nnd Häringen bevölkert sind. Die Fischerei im Mittelmeer wird mangels der genannten Fischarten, nainentlich des Schellfisches (Kabel- jaus, Stockfisches), diese Bedeutung nie erlangen können. Nnr der Thunfisch, die Makrele, die Sardelle und die Anchovi, die im Mittelmeer vorkommen, gestalte» die Fischerei noch einigermaßen gewinnbringend, können aber im conservirten Zustand nicht jene allgemeine Verbreitung als Volksuahrungsmittel erlangen Küstenland und Dalmatien. 22
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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