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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
Seite - 349 -
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349 Stolz ragen die Masten und Schlote unserer mächtigen Kriegsschiffe im gesicherten Hafen Polas. Das Arsenal der Kriegsmarine und die Oliveninsel bergen nebst deu zahl- losen Ausrüstuugsgegeustäudeu einer Flotte alle jene Hilfsanstalten und Maschinen, welche erforderlich sind, um die Seemacht des Staates möglichst rasch in Dienst zu stellen. Dächer, von luftiger Eiseueoustruction getragen, schützen die zwei großen Werftstapel der Oliven- insel, auf welchen mehrere unserer Kriegsschiffe, darunter das erste österreichische Linienschiff „Kaiser", erbaut wurden. Vor kurzem gelangte daselbst das gewaltige Thurmschiff „Kronprinz Erzherzog Rudolf" zur Vollendung. Zwei Trockendocks uud ein Balancedock sind zur Ausnahme ausbesserungsbedürftiger Schiffe, das eigenartige Werkstättenschiff „Cyclop" aber dazu bestimmt, die einer operirenden Flotte dnrch Gefecht oder Sturm zugefügten Schäden sogleich auszubessern. Dienen die technischen Anstalten der k. und k. Kriegsmarine in Pola ausschließlich den eigenen Zwecken, so lieferte die größte Privat- werfte Jstriens, jene des „Ltakilimento teemec, triestino" in S. Roeco bei Mnggia nicht nur eiue stattliche Reihe vou Schiffen für Österreichs Seemacht, sondern auch fremden Kriegsmarinen (Griechenland, Rumänien, Argentinien), sowie Dampfer und Segelschiffe für Handelszwecke. Ausschließlich commereielleu Zwecken gewidmet sind die übrigen Schiffs- werften Jstriens, uuter welchen jene von Lnfsinpiccolo weitaus deu ersten Rang einnehmen. Daselbst wurden vou 1853 bis jetzt mehr als 250 Segelschiffe weiter Fahrt mit über 100.009 Tonnen Tragfähigkeit neu gebaut. Unsere Handelssegelmarine befindet sich jedoch seit 1875 in stetem Rückgang, welcher auch die Thätigkeit unserer Schiffswerften auf das empfindlichste berührt. Die österreichische Rhederei kauu aus den veralteten hölzernen Hochseesegelschiffen das auf neun Millionen Gulden veranschlagte Anlage-Capital nicht ohne die schwersten Verluste sogleich herausziehen, um es zum Bau solcher Schiffe zu verwenden, die dem Rheder heute uoch lohueude Verweuduug gestatten, wie Dampfer nnd große eiserne, zu trausoceauischen Reisen geeignete Segelschiffe. Daher wurden in Lnssinpiecolo seit 1885 nur mehr 27 Schiffe mit zusammen 3.123 Tonnen gebaut, darunter nur drei (eiserne) Hochseeschiffe. Ju gleicher Weise geht die Bauthätigkeit der übrigen Werften Jstriens — Capodistria, Pirano, Rovigno, Jka, Volosca, Cherso, Lnssingrande — zurück. Auch sie bereicherte» unsere Handelsflotte von 1853 bis 1884 um 185 Schiffe mit 38.402 Tonnen. Seither aber dienen sie hauptsächlich zu Ausbesserungen; nur hier uud da wird zu eiuem Küstenfahrer der Kiel gelegt. Ende 1890 besaß die istrische Rhederei uoch 2.270 Schiffe mit 40.858 Touueu Gehalt und 6.117 Main? Besatzung, doch waren darunter nnr 45 Hochseeschiffe, vou denen auf Lnssinpiecolo allein 34 mit 18.869 Tonnen entfallen. Dem Rückgang des Schiffbaues und der Rhederei steht ein erfreulicher Aufschwung in der Zubereitung conservirter Nahrungsmittel , insbesondere von Fischen gegen- über. Die bedeutendste Unternehmung dieser Art befindet sich in Jsola. Aale aus der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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