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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Das Küstenland, Band 10
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360 Von den qnarnerischen Inseln ist Veglia ziemlich gut bewaldet, wenngleich die Forstwirthschaft auch dort viel zu wünschen übrig läßt. Die herrschenden Holzarten sind die weichhaarige (sommergrüne) Eiche uud die orientalische Weißbuche. Der 569 Meter hohe Triskavae und das gegen den Canal della Morlacca abdachende Gehänge an der Ostseite der Insel sind jedoch ganz kahl, weil die von dem gegenüberliegenden kroatischen Kapella-Gebirge mit großer Vehemenz herabstürzende Bora, welche das Salzwasser ans dem genannten Meereskanal aus die diesseitige Küste treibt, jede Vegetativ» vereitelt. Auf den Inseln Chersv und Lnssin ist die forstliche Flora jener der dalmatinischen Inseln gleich, indem immergrüne Lanbhölzer vorherrschen, von welchen die Stecheiche (Ouercus ilex) das Oberholz, der Erdbeerbaum (^rdutus unecko), die Fillyree (pkillxreu meckia), der immergrüne Schneeball (Viburnum tirws), der Granatapfelstrauch, die Lriea arborea, der spanische Wachholder und andere der mediterranen Flora Angehörige Sträucher das Unterholz bilden. Die aus einem langgestreckten schmalen und beiderseits steil abfallenden Bergrücken von 400 bis 600 Meter Seehöhe bestehende Insel Cherso besitzt zwar dem Steuerkataster zufolge noch 9.495 Hektar Waldgrund (28 Procent der ganzen Fläche), die Bestocknng ist aber eine derart lichte, daß kaum die Hälfte dieser Fläche als wirklich bewaldet angesehen werden kann. Der größte Theil der Insel ist eine kahle, steinige Karstwüste, auf welcher hier und da einzelne Bäume als Reste des ehemaligen Waldes stehen und den Schafen als Schutz gegen Sonne und Unwetter dienen. Die Ursachen der Verkarstnng dieser Inseln ist in der sogenannten Kopfholzwirthschaft zu suchen, welche darin besteht, daß die Bäume im Turnus von 10 bis 12 Jahren geköpft, das heißt des Gipfels und aller Äste beraubt werden, so daß nur ein wenige Meter hoher Rumpf stehen bleibt, an dessen Abschnittsfläche sich wieder neue Zweige bilden, die nach Verlauf der genannten Zeit neuerdings abgehackt und als Brennholz verkauft werden. Die Waldbesitzer (Gemeinden uud Private) sind hierbei von der guten Absicht geleitet, das Verbeißen des jungen Holznachwuchses durch das Weidevieh zu verhindern, da letzteres (meist Schafe) Tag und Nacht, Sommer und Winter aufsichtslos auf der Weide gehalten wird und der Abschluß der Schonungsflächen mit Mauern und Zäunen zu kostspielig wäre. Diese Absicht wird zwar während eines gewissen Zeitraumes erreicht, führt aber unaus- weichlich zum Ruin des Waldes, da die durch das periodische Abhauen der Kroue beschädigten Bäume mit der Zeit kernfaul werden und endlich absterben, während die wegen spärlicher Samenbildung ohnedies in geringer Zahl entstehenden neueu Holz- pflanzen vom Weidevieh vernichtet werden. Man sieht daher, insbesondere auf Cherso, große Strecken ehemaligen Waldlandes ausschließlich mit Kopfhölzern bewachsen, während der Unterwuchs ganz fehlt. Nach dem Absterben dieser Bänme bleibt nnr mehr eine öde
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Das Küstenland, Band 10
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Das Küstenland
Band
10
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1891
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.63 x 22.44 cm
Seiten
390
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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