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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 150 -
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150 Welse, Hausen und Schulden, welche noch halb lebendig sind und das Manl aufsperren, wenn schöne Hände mit dein gewaltigen Beile sie niu eine Schnitte kürzer machen. Besondere Gourmands, Habitues des Casiuos, besitzen das Geheimuiß, wie man sich von hochmüthigen Herrschaften aus der Fischerzunst in ihre ebenerdigen Häuser einladen lassen kann zu einer gemüthlichen Fischsuppe, wo es dann nichts Anderes gibt als ungarisch znbereitete Fische — und Champagner, nnd keine Toaste. Aber das können sich nnr auserwählte Herren gestatten — Curiosnms halber. So ist das Marktleben in Budapest. Es fehlt da der Aupreisuugslärm der Welt- städte, jene förmlich in Noten gesetzte Reclame, von der in den Nachmittagsstunden die Straßen von Paris und Neapel wiederhallen. Noch vor wenigen Jahrzehnten konnte mau gewisse eigenthümliche Laute auf den Straßen höreu: der Donanwafsermann schrie: „Donawooß!", der Hansirer dudelte mit zittriger Stimme sein „Handleee", der Strohverkäufer rief die Gassen entlang sein „Stroh kaft!", das Waitzuer Ölweib kreischte ihr (Öl), das Milchmädchen sang in die Thorwege hinein: „Kafen's a Mili und an Obers!", der Soroksarer Bürger herrschte uns mit Donnerstimme an: „Krnmpli kaft!" (ungarisch-deutsch für: kauft Kartoffeln), das slovakische Mädchen sang melancholisch ihr: „Kafni Sooond!" (Kaufen Sie Sand), der slovakische Glaser rief zu jedem Thor hinein: „Fenstr mok!" (Fenster machen) n. s. w. Jetzt ist das Alles schon im Verschwinden begriffen, besonders ans der Pester Seite; wer etwas zu verkaufen hat, lockt die Kunden nicht, denn er weiß, daß man es schon holen wird. Doch der Zauberstab wiukt, und das nämliche Bild steht vor nns, nur ins Winterliche übersetzt. Dasselbe Publikum: Herrschaften und Taglöhner, jene in Petz- röcken, die Hände in Muffs gesteckt, diese die Füße in Kotzen eingebunden, die Eisenschansel in der Hand. Jeder betrachtet den Eisgang der Donau. Den unteren Quai hat die Flut schou überschwemmt, die Lagerhäuser und die Wartesäle der Dampfschiffe siud bis ans Dach in Wasser getaucht. Der herrliche Strom, in der Mitte fast convex geschwollen, schießt zwischen den Ufern, die ihn zusammeupressen, wie der Wirbelwind dahin; oben bei Preßburg, Komorn, Nagy-Maros und Waitzen hat er seine Eisbarrikaden schon hinweg- gespült, unterhalb Budapests aber, bei Duua-Földvär, steht uoch eine meilenlange Eis- stauung, welche die Flut aushält und den Strom innerhalb der Doppelstadt von Stunde zn Stunde höher schwellt. Die Schleusen der Kanäle sind schon verstopft; nngethüme Pumpen speien Ranch gen Himmel und Spülicht in die Donau hiuab. Auf den freien Plätzen sind Kähne, eiserne Boote angehäuft, die als Rettuugswerkzeuge dienen sollen, wenn es zur Überschwemmung kommt; daneben lagern Feuerwehrleute, Poutouuiers iu voller Ausrüstung. Zu solcher Zeit ist die Touau eine furchtbare Macht! Ganze Eisfelder
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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