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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 170 -
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170 Im Zauber seines geheimnißvollen Schwarz, vom gestirnten Himmel überspannt bei der leisen Musikbegleitung des dahiurauscheuden Stromes, im Schooße der ruhenden Nacht, stumm und regungslos ist dies ein ergreifendes Schauspiel. Und wiederum welch ein Gegensatz, wenn im Osten das Tageslicht emporwächst und das Leben in die Straßen hineinflutet. Alles entwindet sich der Nacht und nimmt seine eigene Farbe an. Ströme von Menschen wälzen sich einher, ein Zittern geht durch die Luft von dem Geräusch tausendfältigen Lebens; auf der Donau geräth die Menge der Schiffe in Bewegung: flinke Propeller, die zwischen den Ufern hin- und wiederlaufen, vornehme Reiseschiffe und leichtere, wie sie dem Localverkehr dienen, schlanke Schlepper, tief- tauchende Fischerbarken und ein Schwärm leichter Obst- nnd Grünzeugkähne von den Dörfern her. In ihrer Strömung gestaut, schäumt die Douau in Wirbeln auf und peitscht mit ihren Wellen die Steinmauern, durch welche die menschliche Arbeit sie gebändigt hat. Zwillingskindern am Mutterbusen gleich liegt die Doppelstadt am nährenden Strome, rechts und links. Von der Donau stammt ein großer Theil ihrer Schönheit und Größe. Die Donau erhält ihr die Gesundheit, ist aber freilich auch zuweilen die Quelle ihrer Gefährdung. Und wie richtig hat sich das städtische Leben in diese mächtige Schöpfung der Natur getheilt! Dem rechten Ufer entlang, im Schatten der prächtigen Königsburg reihen sich Spaziergänge und Ruheplätze. Dies ist der stillere Bezirk des Hofhalts und herrschaftlicher Lebensweise, nur hier und da unterbrochen durch einen Landungsplatz der Überfahrenden. Wie anders am linken Ufer, wo kein Fußbreit Boden zu finden, der nicht mit Beschlag belegt wäre durch den Unternehmungsgeist, die Arbeit, den Wettbewerb. Hier stößt ein Landungsplatz an den anderen. So lang der Quai ist, hat man ihn bis unter das Straßenpflaster mit kellerartigen Waarenlagern und Laderäumen unterbaut. Obenhin geht der Pfad der Spaziergänger. Auf dem unteren Qnai folgen wiederum Magazine, Schuppen, Lagerräume. Auf dem Wasser liegt Schiff an Schiff, vom Steinbord ragen Hebemaschinen und Krahne ans zwischen Transportmitteln jeder Art. Gegen das Südende des Quais hin wimmelt das Leben des Obstmarktes, weiter das Heerlager der Töpfer, in ihrer Nachbarschaft das lärmende Gewühl des Geflügelmarktes, und schließlich folgt, unterhalb des Hauptzollamtes und Elevators, ein Lastenbahnhof der ungarischen Staatsbahnen, dessen durcheinanderlaufendes Schienennetz weit hinab reicht bis zur Eisenbahnbrücke, der letzten, welche die Donau umarmt, dort, wo sie aus dem Stadtgebiet hinaustritt, um, in zwei Arme gespalten, die zehn Meilen lange Csepelinsel zn umfangen und dann ihren Weg nach Süden fortzusetzen. -I-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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