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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 236 -
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236 Dieser Aufruf und die ihm folgenden unermüdlichen Bemühungen des Grafen Emil Dessewffy hatten einen außerordentlichen Erfolg. Er ließ etwa 3.000 Snbscriptionsbogen in das Land ausgehen, begleitet von Aufforderungen, die den Zweck der Unterschriften und Spenden erläuterten. Er wandte sich theils persönlich, theils brieflich an die Mit- glieder des Herrscherhauses, an den daheim oder auswärts wohnenden Hochadel und andere wohlhabende Patrioten, so daß Spenden für die Zwecke der Akademie bald als beredteste Äußerung des Patriotismus galten. Seine Majestät der König (mit einem Beitrag von 15.000 Gulden), dann alle Schichten der Nation, die Bewohner der Paläste, wie der einfachen Bürgerhäuser und Hütten, Einzelne und Körperschaften, Eomitate, Städte und kleinere Gemeinden, alle beeilten sich, ihre Gaben auf den heiligen Altar der nationalen Sache niederzulegen. Ein Jahr genügte, um das Grundcapital zu verdoppeln und ungefähr 400.000 Gulden kamen für den Palastbau zusammen. Auch seither hat die Theilnahme und Opferwilligkeit der Nation für ihr wichtigstes wissenschaftliches Institut nicht abge- nommen und spätere Stiftungen (darunter namentlich die des Baron Simon Sina, Georg Zsivora und neuestens die 100.000 Gulden-Stiftung Andor Semseys, aus welcher zehn, das Land und die Nation Ungarns behandelnde wissenschaftliche Preisschriften mit je 10.000 Gulden belohnt werden sollen), sowie Vermächtnisse haben das Vermögen der Akademie, mit Einschluß des fertiggestellten Palastes und ihres Zinshauses, auf mehr als 2,300.000 Gulden gehoben. Gegenwärtig beträgt das Jahresbudget schon ungefähr 150.000 Gulden, wozu das Land jährlich 40.000 Gulden beiträgt. Die Hauptstadt überließ schon im Jahre 1860 einen an der Donau gelegenen Bau- grund von ungefähr 1.304'/s Quadratklafter (nach damaligem Werthe 260.000 Gulden) großentheils unentgeltlich für den geplanten Palast, und da schon damals eine ansehnliche Summe gesammelt war und die Hoffnung begründet schien, daß die Spenden für den Bau des schönen Palastes völlig ausreichen würden, so wurde eine Commission zur Aus- arbeitung des Bauplans gebildet und im Jahre 1862 der Bau begonnen. Im Jahre 1865 konnte die Akademie ihre Generalversammlung schon im eigenen Palast abhalten. Das Erdgeschoß des Palastes enthält die prächtige Säulenhalle und die geschmackvoll eingerichtete Bibliothek, deren Grund durch die Büchersammlungen der Familien Teleki und Batthyäny gelegt wurde. Hier ist auch die werthvolle Haudschrifteusammlung unter- gebracht. Im ersten Stockwerk befinden sich der Prunksaal mit Wandgemälden von Karl Lotz, der Saal für die wöchentlichen Sitzungen mit Landschaften von Anton Ligeti und der Bildersaal mit den Bildnissen hochverdienter Akademiker, wie Graf Stefan Szechenyi, Graf Emil Dessewffy, Baron Josef Eötvös, Franz Deak, Michael Vörösmarty, Franz Kölcsey, Franz Toldy, Johann Arany, Graf Julius Audräffy und viele Andere. Anstoßend folgt der Präsidialsaal, gleichfalls mit Porträts mehrerer verstorbener Mitglieder; das
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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