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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 243 -
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243 um die Resultate der ungarischen Wissenschaft, in erster Reihe der Akademie, dem Auslande mitzutheilen. Außerdem bietet sie dem gebildetem Publikum in ihrem „Bücherverlags- Unternehmen", das seit 1872 bereits 117 Bände gebracht hat, theils ungarische Original- werke, theils die vorzüglichsten Leistungen der ausländischen Literaturen in ungarischer Übersetzung zu möglichst billigem Preise, ja den zahlreichen Vereinen und besonders Schulen des Landes beinahe unentgeltlich. Das sind die Zinsen, welche die Akademie der Nation von der Summe bezahlt, die ihr zur Förderung der ungarischen Cultur anvertraut worden und die sie nun schon durch ein halbes Jahrhundert treulich verwaltet, indem sie sich stets mehr als sichere „Verwalterin, denn als Nutznießerin" derselben betrachtet hat. Ungefähr dasselbe, was die Akademie für die Entwicklung der Wissenschaft gethan, leistete die Kisfaludy-Gefellschaft für die Entwicklung der ungarischen Poesie, Kunst- prosa und ästhetischen Kritik. Diese Gesellschaft hat sich schon 1836 gebildet, zunächst nur, um den uuverweudet gebliebenen Rest (4.475 Gulden) der für ein Standbild Karl Kisfaludys eingegangenen Beiträge zu verwalten und dessen Zinsen zum Besten der Literatur zu verwerthen. Daher beschränkte sich die im Jahre 1837 organisirte „ belletristische Anstalt" anfangs nur auf die Aussetzung einiger Preise. Die Anerkennung derselben in der feierlichen Jahressitzung hob den Namen der jungen Schriftsteller nicht minder, als die des Marczibänyi-Preises vvn 400 Gulden (aus deu seit 1815 flüssig gemachten Zinsen der Stesan Marezibänyischen Stiftung) den der Gelehrten; aber trotzdem sahen die tiefer denkenden Mitglieder bald ein, daß es nicht genüge, die Bestrebungen der jungen Schrift- steller durch Preise zu unterstützen, sondern daß die Gesellschaft auch durch „thatsächliche Selbstthätigkeit" Richtung geben müsse. Seit 1842 wurde also die Thätigkeit der Gesellschaft eine ausgedehntere und wirklich wohlthätige. Sie begann zuerst die Erzeugnisse der Volks- poesie sorgfältiger zu sammeln, zu erklären, zu zergliedern und herauszugeben. Sie brachte Übersetzungen von Shakespeare, Moli'ere, Plautus, Sophokles, Cervantes, Schiller, Bnrns nud Anderen, welche den besten ausländischen gleichkommen. Im Laufe ihrer Wirksamkeit zog sie die vorzüglichsten Schriftsteller des Landes in ihre Ehrenschar, wodurch auch ihr eigener Glanz immer mehr wuchs. Sie war es, die einen Johann Arany und Emerich Madäch gleichsam entdeckte und die Originalwerke und Übersetzungen einer ganzen Menge trefflicher Schriftsteller des Landes herausgab. Ihr festes Capital beträgt jetzt weit über 100.000 Guldeu. Bedeutendere Vereine mit dem Sitz in Budapest sind noch die folgenden: diePetöfi- Gesellschaft, die im Jahre 1875 gleichfalls zur Pflege der fchöueu Literatur gegründet wurde. Unter den fachwissenschaftlichen Gesellschaften ist die beliebteste die königlich ungarische naturwissenschaftliche Gesellschaft, die schon 1840 gegründet wurde und mit so außerordentlichem Erfolg thätig ist, daß von ihrer Zeitschrift mindestens
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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