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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 246 -
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246 künstlerisch auszudrücken gewußt hat. Freilich läßt sich dies eigentlich nur von den hervor- ragendsten der neueren ungarischen Dichter behaupten, doch ist es nicht zu leugnen, daß auch einige ältere Arbeiter der ungarischen Literatur an das europäische Niveau Hinaureichen, denn auch die alten ungarischen Schriftsteller verschlossen sich nicht jenen geistigen Bewegungen, welche vor Jahrhunderten, von verschiedenen Quellen ausgegangen, das Licht der Cultur zu verbreiten begannen. Wohl hat der Glanz der Renaissancezeit nicht so tief auf die ungarische Literatur eingewirkt wie auf manche andere, dagegen offenbart sich die religiöse Andacht des Mittelalters, mit der in Ungarn der patriotische Gedanke eng ver- knüpft war, bei wenigen Völkern ergreifender als in der ungarischen Lyrik, und die sittliche Auffassung des Mittelalters kaum irgendwo tiefer als etwa in den rhetorischen Werken des Pelbart von Temesvär. In den Kämpfen der Reformation spielen die ungarischen Schrift- steller eine nicht minder bedeutende und rühmliche Rolle als die Staatsmänner. Ebenso finden sich unter den muthigsten und wirksamsten Kämpen der nachfolgenden katholischen Reaction auch ungarische Schriftsteller und Dichter. Und als diese Stürme ausgetobt hatten und die Nation sich von ihrem jahrhundertelangen Kampfe auf Leben und Tod erholte, waren es ihre Schriftsteller, die ihr Hoffnung einzuflößen begannen, indem sie die Mittel und Wege des Fortschritts erkannten; so wurde die Literatur zur Retterin und immerdar kräftigenden Stütze der Nationalität. Als dann endlich der Versuch gemacht wurde, die politische Unabhängigkeit des ungarischen Staates wieder zu beleben und seine Rechte zurückzugewinnen, waren es abermals die Dichter, welche die Nation zu festem Ausharren, zum Schutz altererbter und zur Erkämpfuug neuer Rechte anfeuerten. Die größten Staatsmänner Ungarns waren selbst hervorragende Schriftsteller und ihre Zeit- genossen, die Dichter, die an dem 1825 begonnenen, bis 1867 währenden Kampfe teil- nahmen, stehen auf den höchsten Entwicklungsgipfeln der nationalen Literatur. Wie sich die Geschichte der ungarischen Literatur gestaltet hat, das soll den Gegen- stand der folgenden kurzen Darstellung bilden, die auch versuchen will, die einzelnen Perioden nach ihren Hauptideen und deren bedeutendsten Vertretern zu kennzeichnen. I. Geschichte und Literatur der Völker beginnen gleicherweise mit Sagen. Während jedoch bei anderen Völkern die Fäden der Sagen, welche die einzelnen Heldenthaten der Urzeit aufbewahren, durch den schaffenden Geist der Jahrhunderte zu einem einheitlichen Ganzen verwoben erscheinen, sind im Gegentheil die ungarischen Heldensagen (über Attila, die Kämpfe der Söhne Attilas, den Heerzug Csabas, die Wanderungen der Vorfahren, die Herzoge, die Eroberung des Vaterlands nnd die ersten ungarischen Könige), wie sie in einzelnen Theilen der Chroniken, offenbar nach Daten der vom Volke gesungenen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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