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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
Seite - 282 -
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282 classische Stoffe in den Formen der alten Poesie, eine echte Wirkung jedoch übte er durch seine Romane und Dramen von nationalem Stoffe, denen er auch seine Popularität verdankte. Im Jahre 1788 erschien sein Roman: „Etelka", der seinen Namen im ganzen Lande berühmt machte. Man las ihn in Palast und Hütte und der Name der Heldin, Etelka, erschien den ungarischen Mädchen als der wohlklingendste und wurde darum der häufigste. DerErsolg seines ersten Romans ermnthigte Dngonics, und in knrzerFrist folgten nun die Romane: „Die goldenen Armbänder" (^r aranzs peree^ek), „Jolänka", „Eserei", „Die Ritter vom Vließ" vite?ek) und „Die Mohren" <A s?erecsenek), die er zum Theil auch dramatisirte. Der Erfolg dieser Romane beruhte nicht sowohl auf Gewandtheit der Composition oder Reinheit des Baues, als vielmehr auf den politischen Anspielungen, welche Dugouics einigen seiner Helden, besonders den Gestalten im Roman „Etelka", in den Mund legte. In der Zeichnung dieser Helden liegen heftige Angriffe auf Josefs II. Regierungssystem, das unter den ungarischen Schriftstellern keinen schärferen Kritiker hatte als Dugouics. Obgleich uuu in den Romanen und Theater- stücken Dngonics' kaum die Spur einer richtigen geschichtlichen Auffassung zu finden ist, weckte doch die Überlieferung der nationalen Vergangenheit und einstigen Größe die Begeisterung der Leser, die sich bis dahiu nur mit ausländischen Romanen genährt hatten. Dngonics betrachtete als Schriftsteller von starkem magyarischen Geiste und als Mathematiker die Stärkung der Nationalität als seine wichtigste Aufgabe und wollte gerade durch Magyarisirung der mathematischen Kunstwörter beweisen, wie sehr die Sprache auch zur Behandlung der abstraktesten Wissenschaft geeignet sei. So wie Faludi hinterließ auch er eine reiche und werthvolle Sammlung von ungarischen Sprichwörtern und kernigen Redensarten — der beste Beweis, wie genau Dugonics die Denkweise des magyarischen Volkes kannte. Adam Horväth machte, neben seinen ziemlich werthlosen Epen, durch einige Lieder Eindruck auf das Lefepublicum seiner Zeit. Unter allen seinen Genossen gelang es ihm am besten, Ton und Sprache der Volksdichtung in die Kunstpoesie zu verpflanzen. Einige seiner Lieder sind auch in den Volksmund übergegangen. Nachhaltiger wirkte die Thätig- keit des Reitergenerals Josef Gvadänyi, der sich an Verständniß des Zeitgeistes und in der Geißelung desselben mit Dugonics messen kann. Man darf wohl sagen, daß diese beiden ungarischen Schriftsteller im vorigen Jahrhundert die hitzigsten Vertheidiger und warmherzigsten Freunde des Magyarenthnms waren, sowie andererseits die erbittertsten Verhöhner des Fremden in Sitten und Gewohnheiten, Sprache und Kleidung. Gvadänyi schrieb sein hervorragendstes Werk, den Roman in Versen: „Reise eines Dorfnotars nach Ofen" talusi iwtäi-iusnak buckai uta?äsa) „zur Auferweckuug der von gestocktem Blut erfüllten magyarischen Herzen". Dieses Werk besteht zwar eigentlich nur aus lose
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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