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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
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284 Außer diesen Schriftstellern waren noch viele andere bestrebt, das Volk mit Lesestoff zu versehen, doch seien hier nur diejenigen erwähnt, die den Geist dieser Schule mit den Errungenschaften der classischen Richtung zu verknüpfen suchten. Johann Földi drang durch seine Gedichte uud Abhandlungen darauf, daß Reim und Metrum vereinigt werden sollten. Sein Nachfolger war Michael Fazekas, der in seinem berühmten Werke: ,I^u«Zas ülatz'i« (etwa: Matthias Gänsemann) zum ersten Male die Stimme erhob, um die Menschenrechte der unterdrückten Hörigen zu vertheidigen, indem Matyi, welchem der tyrannische Gutsherr Döbrögi seine zu Markte getragenen Gänse wegnehmen und obendrein eine Tracht Prügel geben ließ, seinem Gelübde getreu ihn seinerseits dreimal durchprügelt und so seine Rache kühlt. Mehrere begabte junge Dichter bemühten sich zu derselben Zeit, die Richtungen der erwähnten Dichterschulen zu vereinigen, ja sie zogen selbst die deutsche Poesie in den Kreis ihrer Studien. Sie erklärten als ihr oberstes Prinzip das künstlerisch Schöne und ent- lehnten die poetischen Formen bald der alten ungarischen Dichtung, bald der classischen Schule oder der französisch-deutschen Poesie. Unter den Männern dieser Richtung war Franz Kazinezy der thätigste und geschmackvollste Schriftsteller, der seine neuen ästhetischen Grundsätze in der Theorie und Praxis gleich eifrig zu verwirklichen trachtete. Neben Kazinczy wirkten Franz Verseghi, Johann Bacsanyi , Ladislans Szent jöbi -Szabö und Gabriel Dayka für die Verschmelzung der verschiedenen Richtungen und bereicherten die Literatur mit werthvollen Werken. Sie waren meist Lyriker und schrieben Oden uud Elegien, Epigramme uud Satyreu, auch versuchten sie sich nach deutschem Muster in dem kunstmäßigen Liede, indem sie die Elemente der Empfindsamkeit, Anmuth uud des leichten Reizes in glücklicher Mischung mit ihrer magyarischen Auffassung und einfachen Ausdrucks- weise zur Anwendung brachten. Neben Kazinczy erzielten Verseghy und Bacsanyi eine bemerkenswerthe Wirkung nicht nur als Dichter, sondern auch als Ästhetiker und Sprachgelehrte. Verseghy unter- suchte das melodiöse Element des Verses, das heißt die Natur des Rhythmus und kämpfte für das Zeitmaß; Bacsanyi verkündete die Ideen der französischen Revolution, agitirte gegen die bestehenden Gewalten und schwärmte für die Freiheit nicht nur des unterdrückten ungarischen Volkes, sondern der Menschheit im Allgemeinen. Jener erwarb seinen größten Ruhm als Sprachphilosoph, dieser als der Erste, welcher Ossiau in ungarischer Sprache wiedergab und mit künstlerischem Sinne würdigen lehrte. Diese Dichterschulen haben viele Eigenschaften mit einander gemein und sind ein getreuer Ausdruck der Zeit, in der sie entstanden. Ihre bezeichnendste gemeinsame Eigenschaft ist das starke patriotische Gefühl, das durch ihre Werke weht. Ihre Richtungen also sind verschieden, das Ziel ihrer Kämpfe jedoch ist eines: die Ausbildung
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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