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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 517 -
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517 Das mildeste und angenehmste Klima genießt die Ebene nebst dem angrenzenden Hügelland im mittleren Theile des Innthals zwischen dem Ötz- und Zillerthal, indem sie durch die Steilgehänge des nördlichen Kalkalpenzuges vor dem Einströmen des rauhen Nordwindes geschützt werden, während dieselbe Schutzmauer den aus den südlichen Neben- thälexn hervordringenden warmen Luftstrom zurückhält. Ohne diesen Schutz würde der Maisbau nicht möglich sein und selbst die Reife des Getreides in manchen Lagen des Mittelgebirges unsicher werden, wie dies in der höheren Bergregion des Hauptthals und in den inneren Seitenhochthälern häufiger der Fall ist, woselbst sich theils die Nord- winde, theils die Nähe der zahlreichen Gletscher geltend machen. Eine ähnliche Bewandtniß hat es auch mit dem eigentlichen Oberinnthal und noch rauher verhält sich das Klima im Lechthal, das infolge seiner hohen Lage und seiner gegen Nordosten gerichteten Neigung selbst in der Thalsohle einen ganz alpinen Charakter zeigt, so daß sich der Feldbau aus die Cultur von Sommergetreide (Gerste, Hafer, etwas Roggen) nnd Kartoffeln beschränkt. Aber auch im unteren Innthal und im Gebiete der Kitzbichler Ache ist das Klima weit weniger gemäßigt, als nach der größeren Tieflage der Thalregion und bei der geringeren Erhebung der Gebirge zu vermuthen sein sollte. Im Bereiche des tieferen Unterinnthals gewährt die weite Öffnung des Hauptthals den über die baierifche Hochebene streichenden Nordwinden freien Zutritt, während den windstillen Thälern des Achengebietes die mildtemperirenden Wirkungen des Scirocco fehlen. Das östliche oder obere Pusterthal, dessen Niederungen gegen Süden durch hohe Dolomitstöcke vor dem Zuströmen wärmerer Winde abgeschlossen sind, während seine nördlichen Nebenthäler zu den Gletschern des Großglockner und Großveuediger, dann des Kaiser- und Felbertanern ansteigen, ist in klimatischer Hinsicht kaum von Nordtirol verschieden. Dort wie hier hat es sich der Landmann überall und zu allen Zeiten angelegen sein lassen, nicht blos in der Tiefe der Hauptthäler, sondern auch auf den oberen Bergstufen nnd in den entlegensten Seitenhochthälern Ansiedelungen zu gründen und den rohen Wald- nnd Weideboden mit ungewöhnlichem Fleiße in die ertragreichere Form von Acker- und Wiesengründen umzuwandeln. Man trifft daher zahlreiche, wenngleich zumeist nur kleine Feld- und Wiesenparzellen im höheren Gebirge, und zwar selbst an Stellen an, wo man dies kaum für möglich halten würde, wo kein Zug- oder Tragthier mehr Hilfe zu leisten vermag und demnach alle Arbeit, auch die schwerste, von dem Menschen verrichtet werden muß. Äcker und Wiesen mit einer Bodenneigung von 30 und mehr Graden und an Orten, zu denen kein Pfad führt, wo weder Pferd noch Rind die Sicherheit des Trittes hätte, sind fast in allen Berggemeinden der Gebietszone vorhanden. Auf solchen Grundstücken
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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