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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 529 -
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529 wirthschaftlichen Bedürfnisse (Milch, Zugkraft) zurückbehaltenen „Heimviehstand" meistens die Stallfütterung in Frage, so daß der Bedarf an Stallfutter jenen des alpinen Weide- futters in den meisten Gegenden unseres Theilgebietes beträchtlich übersteigt. Da nun keineswegs überall in den tieferen Terrainabschnitten so viele und so ergiebige Wiesen- und Ackerflächen vorhanden sind, auf denen das nöthige Stallfutter für einen so großen Viehstand prodncirt werden könnte, wie er während der Alpzeit auf den Hochweiden seine angemessene Ernährung findet, so gibt es Bezirke mit mehr oder weniger großem Überfluß an Sommerweide, in welchen dieser Überschuß theils durch Ausnahme von Vieh aus alpenarmen Districten, theils durch Zulauf von Thieren aus vieh- reichen Gegenden des eigenen oder eines fremden Landes nutzbar gemacht wird. So weiden im Sommer anf den Zillerthaler Almen zahlreiche Kühe aus dem Oberinn- und Wippthal, im Lechgebiete solche aus Vorarlberg und dem baierischen Algän und kommen Tausende von Schafen aus den südöstlichen Karstlandschaften sowie aus Unterungarn und selbst aus der Balkanhalbinsel auf uord- und osttiroler Alpen, um im Herbst im weidegemästeten Zustande als gesuchte Waare ins mittel- und westeuropäische Ausland verhandelt zu werden. Ein wirthschaftlich unentbehrliches Binde- und Übergangsglied zwischen der Ernäh- rung des Viehstapels bei Haus und Hof und auf der Alpe ist die Waldweide, welche überall gang und gäbe ist. Die in größerer Nähe der Ortschaften und Einzelngehöfte befindlichen Waldungen werden namentlich im Frühjahr auf diese Nebennutzung stark in Anspruch genommen; die oberen Gebirgsforste werden im Sommer von den Alpen aus regelmäßig mitbeweidet und gewähren unter Einwirkung des dem Graswuchs fast mehr als den Holzpflanzen zusagenden Hochgebirgsklimas an vielen Orten eine ganz erstaunliche Futtermenge. Wenn man sich die in der Regel sehr entfernte hohe, rauhe und schwer zugängliche Lage, die gewaltige Ausdehnung, durchschnittlich ungünstige Bodenbeschaffenheit und geringe Fntterprodnctionsfähigkeit des Alpweidebodens vergegenwärtigt, so wird man keine allzu großen Erwartungen hinsichtlich der wirthschaftlichen Einrichtung und Betriebsführung anf demselben hegen. Insbesondere wird man nicht jene idyllischen Zustände voraussetzen, von denen auch in unserer hochgebirgs-wandernngslnstigen Zeit noch so häufig gefabelt wird, oder welche landesunkundige Theoretiker ihren Tiraden über den verwahrlosten Zustand unserer Alpenwirthschaft zu Grunde legen. Viel mehr Ursache hat man, dem Erstaunen Ausdruck zu geben, wie es überhaupt möglich ist, daß Menschen und „Haus"thiere durch zwei, drei oder vier Monate in den öden Wildnissen des Hoch- gebirges auszuharren im Stande sind, wo alle Elemente nnbezwnngener Naturgewalten ihr schauriges Spiel treiben. Es wäre zutreffender, die Almwirthschaft ausgeprägt Tirol und Vorarlberg. 34
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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