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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 548 -
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548 welche überdies häufig von Fels- und Gletscherstrecken unterbrochen ist und an vielen Orten blos Schaf- und Ziegenweide darbietet. Die Gesammtfläche der vorarlbergschen Alpweidegründe umfaßt gegen 90.000 Hektar und einschließlich der alpnahen Waldweidereviere gewiß über 1.000 Quadrat- kilometer, also mehr als den dritten Theil des ganzen Landes. Nach der Art ihrer Benützung gibt es Kuh-, respective Senn- oder Melkalpen, dann gemischte Alpen, Galt- alpen und Schafalpen. Pferdealpen gibt es in Vorarlberg nicht, wohl aber kommen sogenannte „Roßstände" vor, wie die sauren oder versumpften Weidestriche bezeichnet werden. Die Melkziegen werden in nächster Nähe der Kuhalmen gehalten und die noch nicht milchgebenden galten oder jungen Ziegen den Schafen beigesellt. Voralpen, deren es insbesondere im Unterlande viele gibt, sind Grasländereien, welche zwar schon im höheren Gebirge liegen und am Beginn sowie nach Schluß der eigentlichen Alpzeit beweidet, dazwischen aber allsommerlich gemäht werden, sohin in erster Linie der Heu- erzeugung gewidmet sind. Deßhalb gehören sie auch nicht zu der Culturart des alpinen Weidelandes, sondern zu den Wiesen oder „Heugütern" und sind als solche allgemein in Privatbesitz. Die eigentlichen („Weide-") Alpen sind im Oberland überwiegend Gemeinde- und Gemeinschaftsalpen. Im Unterland und in den Berggemeinden des Vorderlandes herrschen Jnteressenschasts- sowie reine Eigenthumsalpen vor. Erstere sind gemeinsames Privateigenthum mehrerer Mitbesitzer, letztere gehören einzelnen Interessenten allein. Im Bereiche der Gebirgsgrnppen der oberländischen Bezirke liegen die meisten Alpen in großer Entfernung von Haus und Hof, oft stundenweit über der Waldregion in einer Meereshöhe von 2.000 bis 3.000 Meter, vielfach schon umgeben von Fels- und Eis- wildnissen und durchsetzt von Steinschutthalden und Lawinenstürzen. Anders gestalten sich die Alpenbilder in der zahmeren Bergwelt des Unter- und Vorderlandes. Vorherrschend aus Kalk und Dolomit bestehend und nur selten die Höhe von 2.000 bis 2.200 Meter erreichend, besitzen die Erhebungen hauptsächlich die Form von Tafelgebirgen, deren ausgedehnte Scheitelflächen die üppigsten Matten tragen. Hier hat sich daher auch das Molkerei - weseu im größten Umfang entwickelt, sind die schönsten und zweckmäßigsten Alpenbauten errichtet worden, herrscht sorgsamste Pflege des Viehs und des Alpenbodens, wie denn daselbst überhaupt Betriebseinrichtungen und Wirthschaftsweisen anzutreffen sind, welche sich mit den besten Mustern anderer Alpengelände vergleichen lassen. Dort aber, wo die Natur nur wenig darbietet und das Wenige nur in kostspieliger, beschwerlicher und unsicherer Weise erzielt werden kann, wie in einem großen Theile der Bezirke von Blndenz und Montavon, da steht freilich auch der Culturzustand der vorarlbergschen Alpenweiden auf einer niederen Stufe. —
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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