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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 554 -
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554 Stallein, Hacken oder italienisch Filetti genannt, belegt, auf welche die Tragruthen des mindestens bis zum Fuße der Dachlaube, bis zur unteren Cantinelle gezogenen Reb- stammes aufgelegt uud angebunden werden. Es ist eine Lust, im Herbste unter das mit grünem Laube bedeckte Pergelblatt zu schauen, von welchem dann in fruchtbaren Jahren Traube an Traube herabhängt. Trotz Allem, was vielfach gegen diese Art der Reb- erziehung eingewendet wurde, hat sie sich bisher nicht nur behauptet, sondern auch weiter, namentlich im Gebiete von Trient verbreitet, wo man statt derselben vielfach noch die sogenannte Scarozziziehnng vorfindet. Bei dieser werden die Reben an hohen Pfählen, größtentheils in den Boden gesteckten und sich darin mitunter längere. Zeit grünend erhaltenden Weidenstecklingen, gezogen. Die Tragruthen der mehr oder weniger hoch gezogenen Rebstämme werden dann unregelmäßig, doch so, daß sie sich möglichst gleich- förmig über die aufrechte Wand vertheilen, in Halbbogen an die Pfähle gebunden. Indeß werden bei sorgfältiger Cultur die Scarozzi durch die Dachlauben immer mehr verdrängt, namentlich seit die Herstellung der letzteren durch die Einführung des Eisendrahtes, der an Stelle der Filetti über das Pergelblatt gespannt wird, weniger kostspielig geworden ist. Für die Massencultur, die in Tirol herrschend ist, sowie für die heimischen, einen langen Schnitt verlangenden Rebsorten ist die Dachlaube in der That ganz vorzüglich geeignet, die Trauben reifen an derselben ebensogut wie in niederer Cultur und faulen weniger leicht. Vor Allem aber verlangt die Pergelcnltnr im Sommer weniger Handarbeit als die zum Beispiel in Niederösterreich und am Rhein übliche niedere Rahmen- oder Pfahlcultur. In der Thalebene kommt noch dazu, daß eine höhere Ziehungsart auch mit Rücksicht auf Frühjahrsfröste geboten ist. Nur vereinzelt und in geringer Ausdehnung finden wir bei Cultur fremder, nach Tirol eingeführter, rheinischer nnd französischer Rebsorten zur Erzeugung feinerer Weine andere Arten der Reberziehung im Etschthal vor. In den höher gelegenen Seitenthälern, wie zum Beispiel im Nonsthal, dem Valsngana, wie auch in der Gegend von Brixen ist die niedere Ziehung der Rebe dagegen die geradezu herrschende und unter den dortigen weniger günstigen klimatischen Verhältnissen, wo die Bodenwärme für die Reife der Trauben in höherem Grade in Betracht kommt, auch die besser entsprechende. Gegen die Landesgrenze, gegen Süden, gegen Italien zu wird die Erziehungsart der Rebe hinwieder eine immer höhere uud geht nach und nach in die norditalienische Guirlandencultur über, wo die Rebe sich auch heute noch „mit den Ulmen vermählt" und die Fruchtruthen derselben sich von Baum zu Baum miteinander verknüpfen. Die Bearbeitung der Weingärten, welche vielfach auch durch Gespann erfolgt, die Düngung derselben, sowie die ganze Behandlung der Pflanzen ist im Etschthal zumeist eine außerordentlich sorgfältige, ja in manchen Gegenden geradezu musterhafte.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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