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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 589 -
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589 32 Procent. — Das Haller Salzbergwerk ist schon seit langer Zeit bekannt. Ursprünglich war es eine Quellensaline. Die ersten Spuren führen in die Zeit der Merowinger zurück. Im Jahre 740 wurden durch den baierischen Landesfürsten dem Kloster Benedikt-Beuern 5 Behältnisse Salz, in Hall zu sieden, geschenkt. Die Quellensaline wurde später von Hall nach Thauer verlegt und diese bestand noch im Jahre 1263. Über die Entdeckung des Salzgebirges schwanken die Angaben zwischen den Jahren 1265 und 1272. Der Abbau des Salzes erfolgt durch Auslaugung mit Wasser. Zu diesem Zweck werden sogenannte Werke errichtet. Von dem Werke wird die Sole in tiefer stehende Werke geleitet und fließt dann durch Röhren über Gradierwerke nach Hall in die Sudpfannen. Im Jahre 1889 wurden 132.431 Quiutal Sudsalz uud 1.714 Quiutal Dungsalz im Werthe von 1,061.162 Gulden erzeugt. Ganz einzig in seiner Art ist ein drittes Bergerzeuguiß, der Asphaltstein. Der Asphalt hat seinen Sitz im Hauptdolomit. Am meisten verbreitet zeigt er sich in der Gegend von Seefeld, doch kommt er auch im Acheuthal und im Fernpaß in untergeordneter Weise vor. Die Lagerungsverhältnisse sind in der Gegend von Seefeld äußerst unregelmäßig, daher ist auch von einem regelmäßigen Bergbau keine Rede. Der Gehalt an Bitnmen schwankt von 5 bis 80 Procent. Der bituminöse Asphaltstein enthält zwei Stoffe: das Asphalten und das Petrolen. Beide verbunden bilden den Asphalttheer. Wird der Asphalt- theer nnt Asphaltstein von ungefähr 5 Procent Gehalt nach einem bestimmten Verhältniß gemischt, so bildet sich eine Masse, welche beim Erkalten sehr hart wird. Diese Masse nannten die Alten Asphalt-Kitt, die neuere Technik hat dafür den Ausdruck Asphaltmastix. Die Erzeugnisse des Asphaltsteins sind in Seefeld von derselben Güte wie die französischen vom Val de Travers, Bastemes Lobsann. Der Werth der im Jahre 1889 gewonnenen Asphaltsteine betrug 6.320 Gulden. Gewerbe, Industrie und Handel. Auf dem gewerblichen und industriellen Gebiete treffen wir in Tirol und Vorarlberg sowohl in der geschichtlichen Entwicklung wie in den Verhältnissen der Gegenwart solche Verschiedenheiten, daß eine gesonderte Dar- stellung nothwendig wird. Diese durch die geographische Lage, Bodenbeschaffenheit und Bodencultur, sowie durch Nationalität und Sprache und wohl auch durch geschichtliche Entwicklungsprocesse bedingte Verschiedenheit der Verhältnisse hat es auch nothwendig gemacht, daß bei Ein- führung des Instituts der Handels- und Gewerbekammern das Land in vier Produetious- uud Verkehrsgebiete eingetheilt wurde: Nordtirol mit der Handels- und Gewerbekammer von Innsbruck, das deutsche Südtirol und das Pusterthal mit der Kammer in Bozen, der italienischsprachige Theil Tirols mit der Kammer in Rovereto und Vorarlberg mit der Kammer in Feldkirch.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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